Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Korrektur zur Arbeit: Über den physiologischen Proportionalitätsfaktor usw. von Dr. R. Stigler [, Zeitschr. f. Sinnesphysiol., 1910, Bd. 44, S. 62-80 u. 116-164]
Person:
Anonymous
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36645/52/
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K. Stigler. 
nur dann, wenn die Differenz ihrer Expositionszeiten ein be¬ 
stimmtes Minimum überschreitet. Dieses Minimum betrug z. B. 
bei einer Lichtstärke von 4,5 YK mit der Maximalzeit von 0,08 Sek. 
0,075 Sek. Erscheint also das Mefsfeld um weniger als 0,075 Sek. 
nach dem Reizfelde, so ist das letztere stets relativ heller als das 
Mefsfeld, wenn die Gesamtexpositionszeit eine gewisse, nicht sicher 
bestimmbare Grenze (in diesem Falle etwa 0,36 Sek.) nicht tibei- 
steigt, in welchem Falle die beiden Ellipsenhälften am Ende dei 
Exposition schon gleich hell erscheinen. Beträgt die Differenz 
0,075 Sek., so trifft die Kurve des Mefslichtes nach einer Zeit 
von etwa 0,07 Sek. mit der des Reizlichtes zusammen, so dals 
von da an die beiden Flächen gleich hell erscheinen. Ist die 
Differenz gröfser als 0,075 Sek., so findet in jedem Falle eine 
Fig. 12. 
Gegensinnige Simultaninduktion bei geringer Lichtstärke. 
I Kurve des Reizlichtes, II und III der später auftretendeu Mefslichter. 
Letztere steigen bis zu einer geringeren Höhe als I, aber steiler an. 
Kreuzung der beiden Kurven statt. Zufolge des (anfangs rascheren 
und dann nur mehr langsameren) Absinkens der Kurve des 
Reizlichtes findet diese Kreuzung um so früher statt, je gröfser 
die Differenz der Expositionszeiten ist. Aufserdem deuten die 
Versuchsergebnisse darauf hin, dafs die später hervorgerufene 
Empfindung steiler ansteigt. An nebenstehender Figur (Fig. 13) 
sind diese Verhältnisse graphisch dargestellt. Die erste Kurve, 
welche bei 0,08 Sek. ihr Maximum erreicht, entspricht dem Reiz¬ 
lichte, die anderen Kurven dem Mefslichte, welches um eine be¬ 
stimmte Zeit später wirkt und von der gleichen Lichtstärke ist 
wie das Reizlicht. 
Aus den vorliegenden Untersuchungen erwächst der Schlufs1 : 
Durch Lichtreizung einer Stelle des somatischen 
Gesichtsfeldes wird die Erregbarkeit der Nachbar- 
1 Für Minimalempfindungen hat dieser und der nächstfolgende Schlufs 
keine Gültigkeit. S. o.
        

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