Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Korrektur zur Arbeit: Über den physiologischen Proportionalitätsfaktor usw. von Dr. R. Stigler [, Zeitschr. f. Sinnesphysiol., 1910, Bd. 44, S. 62-80 u. 116-164]
Person:
Anonymous
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36645/14/
Über den physiologischen Proportionalitätsfaktor usiu. 
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dierende Stellen fallenden Lichtmengen anscheinend das arith¬ 
metische Mittel zur Helligkeitsempfindung ausgenützt werde. 
Mit Sheeeinotons Beobachtungen stimmen auch die Ver¬ 
suchsergebnisse Gaetens 1 überein, welcher fand, dafs die Unter¬ 
schiedsempfindlichkeit für Variationen einer das ganze Gesichts¬ 
feld erfüllenden Beleuchtung monokular nur halb so grofs sei 
wie binokular. 
H. Pipee 2 verglich die Helligkeit eines monokular und 
eines binokular betrachteten Feldes sukzessiv und kam zu dem 
Resultate, dafs bei Dunkeladaptation die Helligkeitsempfindung 
zweier Augen die eines Auges erheblich an Intensität überträfe, 
dafs man jedoch bei Helladaptation mit zwei Augen nicht oder 
nur ganz aufserordentlich wenig heller sehe als mit einem Auge. 
Dieses Ergebnis wäre für die praktische Photometrie wichtig; 
denn man könnte daraus schliefsen, dafs es sich empfehle, nur 
mit möglichst gut dunkeladaptierten Augen binokular zu photo- 
metrieren, dafs jedoch binokulare Photometrie bei Helladaptation 
vor der monokularen gar keinen Vorzug habe. 
Eine kritische Betrachtung von Pipees Versuchen ergibt in¬ 
dessen, dafs die aus ihnen gezogenen allgemeinen Schlüsse nicht 
berechtigt sind. Pipees Versuchsanordnung bestand der Haupt¬ 
sache nach in folgendem : zwei von hintenher durchleuchtete Bein¬ 
glasplatten sind durch einen auf ihrer Fläche senkrecht stehenden 
schwarzen Schirm getrennt. 
Der Beobachter fixiert seinen Kopf so, dafs das eine Auge, 
z. B. das rechte, gerade der Kante der Längsscheidewand, das 
andere Auge, also das linke, der linken Milchglasplatte gegen¬ 
übersteht. Fixiert der Beobachter die linke Beinglasplatte, so 
sieht er sie binokular, fixiert er die rechte, so sieht er diese nur 
mit dem rechten Auge, während das linke Auge durch den 
dunklen Schirm in der Mitte am Ausblicke auf das rechtseitige 
Feld behindert ist. In sukzessiver Vergleichung wurde die Be¬ 
leuchtung beider Felder durch eine rückwärts aufgestellte Iris¬ 
blende so variiert, dafs die Helligkeit beide Male gleich schien. 
Bei Helladaptation der Augen wurden die beiden Beinglasplatten 
1 Pflügers Archiv 118, S. 233. 1907. 
2 Über das Helligkeitsverhältnis einer monokular und binokular aus¬ 
gelösten Lichtempfindung. Zeitschr. f. Psychol, u. Physiol, d, Sinnesorg. 82. 
S. 161. 1903.
        

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