Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Grundlaute der menschlichen Sprache und ein Universalalphabet
Person:
Morochowetz, L.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36618/11/
DIE GRUND LAUTE DER MENSCHE. SPRACHE ü. EIN UNIVERSALALPHABET. 
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Die gesammten Grundlaute, die zum Aufbau irgend einer Sprache die¬ 
nen. welchem Volke sie auch angehören mögen, und mit allen Nüancen, die 
dieser oder jener Sprache eigen sind, sollen das Universalalphabet bilden. Für 
ein solches Universalalphabet dürften am besten die allen Kulturvölkern ge¬ 
meinsamen, gebräuchlichsten Schriftzeichen, Buchstaben, sich eignen. 
A. Die Sonore. 
a. V o c a 1 s o n o r e. 
Die Vocalsonore werden nicht blos durch scharf ausgesprochene chrono- 
graphische Curven, durch die Leichtigkeit, mit der sie durch musikalische 
Töne wiedergegeben werden, sondern auch noch durch die Eigentümlichkeit 
charakterisirt, dass ein jeder derselben durch eine Reihe von Lauten wieder¬ 
gegeben werden kann, vom Grundlaut an, der den gegebenen Vocal am 
schärfsten ausdrückt, beginnend, und nach und nach in den verwandten Vocal 
übergehend, der die Grenze des Typus eines und desselben Lautes vorstellt, 
von dem Grundlaute sich aber scharf unterscheidet. 
• 
Typus I. A, a—A, ri. 
Der T bcalsonor A, a, wie ihn eine mittelstarke Männerstimme bei nor¬ 
maler Kehle, mit weitgeöffnetem Munde ausspricht, wie z. B. im Worte Bach, 
wird sowohl beim kindlichen Lallen als auch in der 
weichen Aussprache mancher Völker zu einem kläf¬ 
fenden Laut, wie er mit der Kopfstimme, etwa wie 
das französische i in in, im, ausgesprochen wird, z. 
B. in den Wörtern: introduction, Imbert, timbre, oder 
im Deutschen Teilung u. s. w. Somit kann der Sonor 
a durch eine Reihe ähnlicher Laute wiedergege¬ 
ben werden, die einerseits von dem mit weitgeöffne¬ 
tem Munde, rein, ohne Näseln, bei etwas nach hin¬ 
ten gedrängter Zunge und etwas gehobenem Gau¬ 
mensegel (Fig. 7) ausgesprochenen a beginnend. 
;vie das gewöhnliche deutsche, russische, oder das fpgpar7ats?'Sdhötled minder 
französische a grave m den Wörtern bas, pas, gras, Lage der Zunge und der übri- 
andererseits mit dem französischen in, im, in im- fen Teile beim 4rtikuliren des 
pression, insecte, cinq u. s. w. oder wie ai in Saint, 
ainsi u, s. w. oder wie ei, in ceint, seins, sein, seing chenraum, 4 — Kehlraum, 5 — 
u. s, w. endend, welche physiologisch ebenso wie ^pigtottk, 6—Zungenbein, 7— 
a, aber bei stark gehobenem* Gaumensegel, leichter und 9“ aSssfckeÄ^e?61 
Abstossung der ganzen Zungenmasse nach vorn und Verdickung der Zun°-en- 
wurzel producirt werden (Fig. 8). 6 
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