Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ein Fall von doppelter Misgeburt in einem früheren Enwicklungsstadium bei Lacerta ocellata Daud. (Aus dem zootom. Laborat. der warschauer Universität). Mitgeteilt in einer Sitzung der Abteilung für Biologie der warschauer Naturforschergesellschaft am 12 Februar 1903. S. 1-7. Mit 2 Textabbildungen.
Person:
Tur, I.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36609/1/
BIBLIOGRAPHIE. 
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Tur, I. Ein Fall von doppelter Misgeburt in einem frühen Entwicklungs¬ 
stadium bei Lacerta ocellata Daud. (Aus dem zootom. Laborat. 
der warschauer Universität). Mitgeteilt in einer Sitzung der Ab¬ 
teilung für Biologie der warschauer Naturforschergesellschaft am 12 
Februar 1908. S. 1—7. Mit 2 Textabbildungen. 
Die hier beschriebene Misgeburt gehört einem sehr frühen, zum Gastru- 
lationsprocess vorbereitenden Stadium an. Man gewahrt das Bild zweier Pri¬ 
mitivstreifen, welche im Gebiete einer einzigen Keimscheibe einander fast pa¬ 
rallel liegen. Dem Autor nach, beginnen die Gastrulationsprocesse bei den 
Eidechsen ganz ebenso wie bei den Vögeln (s. das vorhergehende Referat 
einer Abhandlung desselben Autors), mit der Bildung eines Primitivstreifens. 
Die beiden erwähnten Primitivstreifen sind vollkommen normal entwickelt, 
aber der eine davon, und zwar der rechte, erscheint compacter und etwas 
länger als der linke. Die mittlere unpaare ektodermische Anhäufung ist beiden 
Embryonen gemein. 
Die soeben beschriebene Misgeburt kann als einzeln dastehender Fall 
betrachtet werden, da dieselbe sich auf ein Stadium bezieht, welches der 
Bildung des Urmunds vorangeht, welchem Stadium die von Kopsch (bei den 
Eidechsen) und von Wetzel (zwei Fälle bei der Natter) beschriebenen Mis- 
geburten angehörten. 
Tur, I. Bericht über eine Studienreise ins Ausland im Jahre 1892. 
Arbeit aus dem zootomischen Laboratorium der warschauer Univer¬ 
sität. redigirt von Prof. P. Mitrophanuff, Heft XXVII. S. 1—40. 
Warschau 1903. 
Der Autor beschreibt ziemlich umständlich seine bibliographischen Arbei¬ 
ten an der Universität Padua, wo er die teratologischen Ansichten folgender 
Autoren: A. Bare, Aldrovandi, Fabricius, ab. Aquapendente, Ridanus, Lice 
tus, Harvey, Haller und beider Geoffroy-de-Saint-Hilaire in ihren eignen Wer¬ 
ken studirte.—Im weiteren giebt der Autor eine lebhafte Schilderung der 
Annehmlichkeiten, welche die Arbeit der russischen zoologischen Station in 
Villafranca bietet, und erwähnt unter anderem der schon im Laboratorium 
des Prof. Mitrophanoff von ihm beobachten Thatsache, dass die Embryonen 
Lacertae ocellatae unter den ihnen eigentümlichen mannigfachen und verschie¬ 
denartigen individuellen Abweichungen sehr häufig solche Formen der Urmund- 
platte und des Urmunds selbst bieten, welche stark an den typischen Primi¬ 
tivstreifen der Vogelembryonen erinnern; dabei nimmt der Urmund zuweilen den 
Charakter der Primitivfurche bei den Vögeln an. Zu der Beschreibung der 
Gallerie für vergleichende Anatomie im pariser Jardin des Plantes übergehend, 
hält der Autor sich wieder besonders lange bei der teratologischen Sammlung 
auf. Das letzte Kapitel des Berichtes endlich ist der Station zu Roscoff ge¬ 
widmet, wobei der Autor seine besondere Aufmerksamkeit den Doppeleiern 
und den Pseudo-Misgeburten bei Philine aperta (ein Weichtier) zuwendet. Die 
Schlüsse, zu denen er gelangt ist, bestehen in Folgendem: 1) das Legen von 
Zwillingseiern bei Philine aperta künstlich hervorzurufen, gelingt nicht immer, 
und scheint die Fähigkeit solche Eier hervorzubringen eine individuelle zu
        

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