Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Notizen über die Methodik des Vortrags der Histologie und Embryologie an den deutschen Universitäten. Moskau. 1901. Ss. 1-246
Person:
Gardner, M.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36590/1/
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BIBLIOGRAPHIE. 
zelle, Chlorophyllkörner oder Stärkekörner enthalten könne. Das Kapitel 
schliesst mit der Darlegung der Lehre von den intermediären Substanzen und 
den cuticularen Bildungen. Das vorletzte Kapitel handelt von dem Tode der 
Zelle; zuerst werden Thatsachen über die Lebensdauer derselben, dann GoetteA 
und Weissmann’s Ansichten über deren Tod dargelegt, im weiteren—interes¬ 
sante Erscheinungen latenten und schwankenden Lebens, unter anderem auch 
des schlummernden Zustands der Zelle (nach Grawitz) beschrieben; noch wei¬ 
ter ist von den greisenhaften Veränderungen und den Entartungserscheinungen 
als von regressiven Processen (Rindfleisch) die Rede. Das Ende des Kapitels 
ist den Erscheinungen der Chromatolyse, Karyorrhexis, Picnose und der ein¬ 
fachen Atrophie der Kerne gewidmet. 
Das letzte Kapitel dieses Lehrbuchs enthält die Darlegung der Hypothesen 
über den molecularen Bau des Protoplasma in Verbindung mit der Vererbungs¬ 
theorie und giebt einen Begriff von den auf die Embryologie bezüglichen 
Hypothesen im XVII und XVIII Jahrhundert (Evolutionisten und Vertre¬ 
ter der Lehre von der Epigenesis), von Buffon's Hypothesen, Herbert Spen¬ 
cer’s Pangenesis, Darwin’s Gemmulen, Nägeli’s Idioplasma; weiter folgt die 
Darlegung von Hiss’ Princip der organbildenden Keimbezirke und von Pflii- 
ger’s Lehre von der Isotropie der Eier. Die nächsten Seiten des Kapitels sind 
der Betrachtung der sowohl auf der Bedeutung des Protoplasma als auf der¬ 
jenigen des Kerns beruhenden Vererbungstheorien gewidmet, wobei zuerst 
Weissmann’s Lehre, dann Roux’s Mosaiktheorie dargelegt und die Ansichten 
vieler Gelehrten für und wider diese Lehren angeführt sind. Das Kapitel 
schliesst mit der Darlegung von 0. Hertwig's Hypothese über die Biogenesis. 
Der Verfasser hält diese mit der Frage nach dem molecularen Bau der Ma¬ 
terie im allgemeinen, dem Verhältnis zwischen Stoff und Kraft, dem Leben u. s. 
w. verknüpften Frage in Bezug auf die Vererbung für ein Rätsel, welches 
bei dem heutigen Stande der- Wissenschaft unlöslich ist, und meint, dass auch 
in Zukunft die erwähnten Fragen ihre Lösung nur in allgemeinen Zügen 
finden werden. 
Prof. Ognew’s Werk, wie gesagt das erste Originalwerk in russischer 
Sprache auf diesem Gebiete, enthält das Neueste und Wesentlichste über die 
Zelle, die, wie bekannt, schon eine reichhaltige Literatur ins Leben gerufen 
hat. Da es die interessantesten biologischen Fragen berührt, so dürfte es nicht 
nur in dem Studentenkreise, für den es bestimmt ist, sondern auch in allen 
denjenigen, die sich von der biologischen Wissenschaft angezogen fühlen, ein 
reges Interesse erwecken. Dieses Buch enthält nur einen Teil der Histologie, 
daher dürfen wir hoffen, dass Prof. Ognew demselben bald die übrigen Teile, 
nämlich die allgemeine und specielle Histologie, die zum Druck bereit sind, 
nachschicken wird. 
Gardner, M. Dr. Med. Notizen über die Methodik des Vortrags der Hi¬ 
stologie und Embryologie an den deutschen Universitäten. Moskau. 
1901. Ss. 1—246. 
Dieses Buch erscheint als Resultat einer im Aufträge der Facultät aus¬ 
geführten Besichtigung ausländischer Universitäten, wobei der Autor die Unter-
        

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