Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lehrbuch der normalen Histologie. 1 T. Die Lehre von der Zelle. Moskau. 1903. S. 1- 414.
Person:
Ognew, I.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36589/4/
BIBLIOGRAPHIE. 
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bei den vielzelligen Organismen mit den Centrosomen identificirt werden und 
beschäftigt sich dann ziemlich lange mit derselben Frage in Bezug auf die 
Protisten und Spirogyren. In dem den besonderen Formen der Mitose ge¬ 
widmeten Teile seines Werkes erörtert der Autor aufs genaueste die Frage 
nach der reducirten Teilung bei den Tieren und Pflanzen. Am Schlüsse dieses 
Kapitels finden wir eine Darlegung der Theorien., welche den Mechanismus 
der complicirten karyokinetischen Figuren erklären sollen, wobei der Autor 
(ine mehr oder weniger befriedigende Erklärung dieser Erscheinungen mit 
einem richtigen Begriff von dem Bau der ruhenden Zelle in Verbindung bringt, 
was bis jetzt leider noch nicht erreicht ist. Die Statik und Dynamik der Zelle 
sind unlöslich mit einander verknüpft, ln dem Kapitel über die directe Teilung 
behandelt der Autor diese Frage sehr ausführlich, unterwirft die über das 
Wesen dieser Teilung herrschenden Ansichten einer eingehenden Prüfung und 
berührt und analysirt die Lehre von der Verbindung, welche zwischen diesen 
beiden Formen der Zellteilung bestehn soll. Nachdem der Autor die neue¬ 
sten Ansichten über das Verhältnis des Protoplasma zu dem Kern darge¬ 
legt, geht er zu der wichtigen und gegenwärtig das Interesse vieler Gelehrten 
in Anspruch nehmenden Frage nach dem Stoffwechsel in der Zelle über. Zu¬ 
erst bespricht er den Gasumsatz: den Umsatz des Sauerstoffs und die Anaö- 
robiose, die Assimilation der Kohlensäure. Zu dem Umsatz der flüssigen Sub¬ 
stanzen übergehend, giebt der Verfasser einen' Begriff von der Plasmolyse, 
indem er Overton’s Untersuchungen über die Wirkung der Alkaloide und 
Ammoniumverbindungen auf die Zellen ausführlich dargelegt. In dem Teile, 
welcher sich auf die Aufnahme fester Körper seitens der Zellen bezieht, wird 
der Phagocytose, der Immunität, der Toxine und x\ntitoxine und der Alexine 
sowie der besonderen Einrichtungen zur Aufnahme fester Körper, welche ge¬ 
wisse Protisten (Infusorien) in ihrer dichteren Membran besitzen, Erwähnung 
getlian. In dem folgenden, der Assimilation der Nahrungsstoffe von den Zellen 
gewidmeten Kapitel sind die Lehren über die Rolle der Chlorophyllkörner bei 
der Assimilation der Kohlensäure von den Pflanzen, die Umwandlungen der 
Stärke in Fett, der Kohlehydrate und Fette in Eiweissstoffe, die Assi¬ 
milation des Stickstoffs durch die Pflanzen, den Chemismus der Bildung der 
Eiweissstoffe in den Pflanzen dargelegt. Im weiteren beschreibt der Autor die 
Art und Weise, wie die Assimilation der Nahrungsstoffe bei den Tieren (Ab¬ 
sorption der Fette, Kohlehydrate, Eiweissstoffe, die Rolle der Fermente) und 
die Processe des Zerfalls und der Spaltung der von den Zellen assimilirten 
Nahrungsstoffe von statten gehen. Am Ende des Kapitels wird die Bedeutung der 
chemischen Processe als Grundquelle der thermalen Energie für den Organis¬ 
mus betrachtet. In dem Kapitel: Morphologie des Stoffwechsels; bildende Thä- 
tigkeit der Zelle—finden wir zuerst eine Beschreibung der Producte, welche 
sich im Innern des Protoplasma der pflanzlichen uud der tierischen Zelle ab- 
lagern (Vacuolen, De Vries & Vent’sche Tonoplasten, Glycogen, Aleuronkör- 
ner, Dotterplättchen); ausserdem werden als beständigere Gebilde die Stromata 
der einzelligen Organismen, die Leueyten oder Trophoplasten, die Amyloplasten, 
die Stärkekörner, die Chloroplasten beschrieben. Zugleich wirft der Verfasser 
die Frage auf, ob das Protoplasma der tierischen Zelle, gleich der Pflanzen-
        

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