Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Globulin des Blutserums und des Eiweisses. Seroglobin und Ovoglubin
Person:
Morochowetz, Leo
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36559/105/
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UAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES. 
die proteünlialtige Flüssigkeit zuerst mit gesättigter Ammoniumsulfatlösung zu ver¬ 
setzen und dann das gepulverte Salz bis zur Sättigung in das Gemenge einzu¬ 
tragen. Der erhaltene Niederschlag wird, in Wasser aufgelöst, der Dialyse unter¬ 
worfen, wobei wiederum „vollständige“ Trennung des Globulins vom Albumin statt¬ 
findet, welch letzteres als „absolut löslich“ in der Flüssigkeit zurückbleibt, wäh¬ 
rend das Globulin sich niederschlägt. Der kühne Gebrauch der Ausdrücke „voll¬ 
ständig“ und „absolut“ in Michailoffs Arbeit beweist, dass diesem Autor sowohl die 
Geschichte dieser Frage als audi die Eigenschaften der von ihm erwähnten Körper 
wenig bekannt waren. Wenn man das Gesagte in die Sprache der wirklichen That- 
sachen überträgt, so lässt sich nur sagen, dass alles nach der Dialyse in der Lö¬ 
sung Gebliebene, von Michailoff Albumin, alles Ausgefällte—Globulin genannt wird. 
In demselben Jahre, 1884, untersuchte auch Halliburton (öl p. 172) eine ganze 
Reihe von Salzen in Bezug auf deren Verhalten den prote'inhaltigen Flüssigkeiten 
gegenüber, und zwar: 
schwefelsaures. ... 
Chlor—......... 
salpetersaures.... 
essigsaures...... 
phosphorsaures.. . 
kohlensaures..... 
Jod—.......... 
unterchlorigsaures 
Ammoniumalaun. 
Die Sättigung mit Magnesiumsulfat bewerkstelligte Halliburton ebenso wie 
Schäfer (p. n. 147) mittels einer Excentrik unter 3-stündigem Umschütteln hundert¬ 
mal in der Minute, und fand gleich diesem Autor, dass bei 30° Magnesiumsulfat 
vollständige Fällung des Globulins bewirkt (61 p. 176). Gleicherweise wurde das 
Globulin auch durch Sättigung mit salpetersaurem Natrium vollständig niedergeschla¬ 
gen (ib. p. 183). Dagegen musste zu vollständiger Fällung mit Natriumcarbonat 
das Schütteln 20 Stunden lang fortgesetzt werden (ib. p. 190). Nahezu vollkommene 
Fällung des Globulins lässt sich auch durch Chlornatrium zu Wege bringen. Der 
der entsprechenden Base beigefügte Exponent „3“ zeigt auch hier, wie in der Heyn- 
sius’schen Tabelle (p. n. 147). einen starken Niederschlag an. Vollständige Fäl¬ 
lung der Protemsubstanz des Serums—des Globulins und des Albumins—wird unter 
denselben Bedingungen durch Kaliumacetat, Kaliumphosphat, endlich durch Chlor¬ 
calcium erreicht und in der Tabelle mit der Ziffer „5“ (61 p. 191) bezeichnet. 
Letztgenanntes Salz fällt die Proteünkörper im unlöslichen Zustande aus(ib. p. 191—2). 
Zugleich findet Halliburton, indem er sich auch auf Gamgee (52 p. 13) beruft, dass 
auch Kaliumcarbonat die Proteïnstoffe des Serums vollständig niederschlägt. Die 
übrigen in der Tabelle genannten, doch mit keinem Exponenten bezeiehneten Salze 
erzeugen keinen Niederschlag (61p. 191). Endlich findet Pinkus (135 p. 67), dass 
wasserfreies Natriumsulfat bei 30° dasselbe Vermögen, die Albuminstofte auszusal¬ 
zen, wie Ammoniumsulfat, besitzt. 
Sich auf die Arbeiten der neueren Autoren—Starke, Hammarsten, Schäfer. 
Halliburton, Heynsius (1884) und Mehu—stützend, zieht Kauder (1886, 91 p. 412) 
den Schluss, dass das Verhalten des Globulins und des Albumins zu den Salzlösungen 
keinen prinzipiellen Unterschied zwischen diesen Stoffen mehr bietet, und ist seiner¬ 
seits der Ansicht, dass der von Burkhardt erhaltene Niederschlag (91 p. 413) Albu- 
K —Na—NH5—Mg* 
id—id3— id —Ca5—Ba 
id —id3 
id5—id3 
id5—id 
id5—id3 
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