Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Globulin des Blutserums und des Eiweisses. Seroglobin und Ovoglubin
Person:
Morochowetz, Leo
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36559/100/
DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES. 
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"vollständig ausfiel (ib. p. 325). Diesen Thatsachen gemäss nimmt Burkhardt auch an, 
dass Magnesiumsulfat zugleich mit dem Globulin auch Albumin fällt, welches, zum 
Unterschiede von der älteren Vorstellung vom Albumin, ausser der Wasserlöslichkeit 
und der Unfähigkeit von verdünnten Säuren gefällt zu werden, auch noch die Eigen¬ 
schaft besitzt, unter der Einwirkung von Magnesiumsulfat sich auszuscheiden“ (20 
p. 326)! Die von Burkhardt vorgelegten Fragen beantwortend, sucht Hammarsten 
(68 p. 467) zu beweisen, dass durch Magnesiumsulfat alles Globulin und nur Globulin 
.gefällt werde (ib. p. 468), wobei er für Albumin das ansieht, was er unter diesem 
Ausdrucke im Jahre 1878 (64 p. 413, p. n. 145) verstand, und alles das ausser Acht 
lässt, was seitdem über das Albumin bekannt geworden war: sogar die Arbeiten 
seines eigenen Laboratoriums in der Person von Starke (p. n. 147—8)! Wie dem auch 
sei, Hammarsten hält Löslichkeit in Wasser und Unfähigkeit durch Kohlensäure, 
verdünnten Säuren oder Alkalien und auch durch neutrale Salze, wie Chlornatrium 
oder Magnesiumsulfat, gefällt zu werden für charakteristische Eigentümlichkeiten 
des Albumins. Von diesem Satze ausgehend, nannte Hammarsten damals alles 
(p. n. 145), was von Magnesiumsulfat nicht gefällt wurde, Albumin. Im weiteren 
bestrebt er sich durch rein speculative Beweisgründe die Unzulänglichkeit von 
Burkhardt’s Beweisgründen darzuthun, giebt dabei aber das Vorhandensein ge¬ 
wisser noch unbekannter Lösungsmittel zu, welche in Burkhardt’s Falle zugleich 
mit dem Globulin durch das Magnesiumsulfat hatten niedergeschlagen werden können, 
um später, nach Entfernung dieses Salzes, ihr Lösungsvermögen dem Globulin 
gegenüber aufs neue (!) wirken zu lassen, infolgedessen das Globulin, sogar bei 
lange andauernder Einwirkung von Kohlensäure oder Diffusion, auch nicht ausfallen 
kann (68 p. 472)! Offenbar hatte Hammarsten ausser Acht gelassen, dass das Vor¬ 
handensein eines solchen Lösungmittels eher mit der Löslichkeit des „Albumins“ 
verbunden werden könnte! Zu directen Beweisen übergehend, dass der von Burkhardt 
ausgeschiedene Körper wirklich Globulin war, führt Hammarsten solche Thatsachen 
an, welche sowohl für Burkhardt’s als für seine eignen Annahmen zeugen oder, mit 
andern Worten, wir begegnen in Hammarsten’s Beweisgründen wieder dem Knoten¬ 
punkte, wo sich die Vorstellungen vom Albumin und Globulin kreuzen, d. h. dem 
Übergangspräparat, welches sowohl Globulin als Albumin ist. In der That bestrebt 
sich Hammarsten bei der Erklärung der Eigenschaften der dialysirten Lösung des 
durch Sättigung dialysirten Serums mit Magnesiumsulfat erhaltenen Niederschlags 
zu zeigen und darzuthun, dass auch Lösungen gereinigten Globulins häufig nicht 
nur durch Zusatz von Säure oder Durchleiten von Kohlensäure sondern auch durch 
Dialyse gefällt werden, Fällung dieser Lösungen aber durch Sättigung mit Magne¬ 
siumsulfat möglich (69 p. 473) sei. Ausserdem hatte Hammarsten mehrfach beobachtet, 
dass mittels Dialyse gereinigte Globulinlösungen bei erneuter Dialyse nicht nur durch 
Essigsäure oder Kohlensäure sondern auch beim Kochen der Flüssigkeit nicht ge- 
iällt *) werden (!) (erinnern wir daran, dass gereinigtes Albumin, nach der Aussage eines 
Schülers von Hammarsten—Starke—schon bei 50° gefällt wird; p. n. 147—8) infolge 
von Armut der Lösung an Salzen (erinnern wir noch daran, dass die Fällbarkeit 
*) Ich habe mehrmals beobachtet, dass Lösun¬ 
gen von gereinigtem Paraglobulin nicht durch 
Säurezusatz (resp. Kohlensäuredurchleitung) oder 
Dialyse, sondern erst von MgSO* vollständig 
gefällt werden....u (69 p. 473). 
„Ich habe, wie oben gesagt, wiederholt die Be¬ 
obachtung gemacht, dass sorgfältig gereinigtes 
Paraglobulin, welches durch mehrtägige Dialyse 
von den Salzen möglichst befreit worden war, 
weder durch fortgesetzte Dialyse noch durch 
darauffolgenden Zusatz von Essigsäure oder 
Kohlensäuredurchleitung vollständig gefällt wer¬ 
den konnte. Die Flüssigkeit gerann 
z w a r—w egen ihrer Armuth an Sal- 
z e n—b eim Sieden nicht“ (ib. p. 474).
        

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