Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die physiologische Bedeutung der Centrifuge zur Entlarvung von Functionsstörungen des Ohrlabyrinthes
Person:
Stein, St. von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36556/22/
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DIE PHYSIOLOGISCHE BEDEUTUNG DER CENTRIFUGE. 
Geöffnete Augen. 
Statik. 
Geschlossene Augen. 
Steht zitternd 9—10 Sek. Auf beiden Beinen zusammen, 
und fällt nach hinten links. 
Aufheben kann er sich 
nicht, als ob die Hacken 
angeklebt wären. Beim Ver¬ 
such sich zu heben—Fal¬ 
len nach vorne links. 
Kann nicht stehen. 
Kann nicht stehen. 
Fussspitzen. 
Rechtes Bein. 
Linkes Bein, 
Steht zitternd 10 Sek. 
fällt dann nach vorne. 
Kann sich nicht he¬ 
ben. 
Kann nicht stellen. 
Kann nicht stehen. 
Goniometer. 
1°—2° —Inclinatio anterior — 1°—2° 
N ormal—3 50—40° 
4° Zittern, Fallen nach — Inclinatio posterior — 5°—6" Zittern, Fallen nach 
links zur Seite. Normal=26°—30° links zur Seite. 
9° Zittern in den Beinen,—Inclinatio lateralis dex.—7° Leichtes Zittern in den 
Fallen nach vorne. Normal=35°—40° Beinen, Fallen nach vorne. 
5° Leichtes Zittern, Fallen—Inclinatio lateralis sin. — 5° Zittern in den Beinen, 
nach links—vorne. Normal—35°—40° Fallen nach links—vorne. 
Das Centrifugiren. 
Das Drehen konnte nur sehr langsam ausgeführt werden, da hei etwas 
schnellerer Rotation quälende präcordiale Beängstigungen auftraten (der Pa¬ 
tient griff mit den Händen nach der Herzgegend und rieb dieselbe) von 
Übelkeit, Erbrechen und dem-Gefühl allgemeiner Schwäche und Zerschlagen¬ 
heit begleitet, welche Erscheinungen in der ersten Zeit stundenlang airhielten. 
Der Kranke musste sogar ins Bett gebracht werden. Wegen einer solchen 
ungewöhnlichen Hyperästhesie wurden die Untersuchungen, welche vom 5-ten 
November 1901 ungefähr einen Monat dauerten, oft unterbrochen *). 
Dynamik. 
Beifolgende Spuren habe ich erst nach einer wesentlichen Besserung des 
allgemeinen Zustandes am 22 März 1902 abgenommen, da der Kranke beim 
*) Um einen Begriff von der ausserordentlichen Erregbarkeit des Patienten zu geben, will 
ich Folgendes anführen: Als Ausgangspunkt meiner Beobachtungen nahm ich die Centrifugalkraft, 
die sich hei der Drehung eines Kreises von 300 Ctm. Umfang, welcher in G Sek. ungefähr eine ganze 
Drehung macht, entwickelt. Letztere Drehungsgeschwindigkeit ist nicht willkürlich von mir ange¬ 
nommen, sondern ergiebt sich als Resultat zahlreicher Beobachtungen, welche zeigen, dass hei nor¬ 
malen Menschen ungefähr hei dieser peripherischen Schnelligkeit (Umlauf von 1 Ctm. des Kreises in 
0,02 Sek., von 10 Ctm.—in 0,2 Sek.), sowohl hei geschlossenen als auch hei geöffneten Augen Ny¬ 
stagmus _ auftritt (nystagmus centrifugalis ss. experimentalis passivus). Eine derartige Drehungsge¬ 
schwindigkeit wird im grössten Teil der normalen Fälle von keinerlei unangenehmen Empfindungen 
gelbst nach einigen Umdrehungen begleitet.
        

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