Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Wirkung der Inductionsschläge auf einige Ciliata
Person:
Statkewitch, Paul
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36552/4/
4 tïÉBER DIE WIRKUNG DER ÏNDÜCTÎONSSCHLaGE ETÖ. 
2—3 Malen durch die ganze Oberfläche des Tieres vor sich geht; nachdem 
diese Reize aufgehört haben, erholt sich dasselbe wieder und die ganz un¬ 
verändert gebliebenen Cilien setzen ihre normale Function fort, zuweilen bei 
vollständigem Schwinden der Trichocysten. 
Diese Versuche bewiesen die Unabhängigkeit des Wimperapparats von 
den Trichocysten. Somit war Wrzes'niowski der erste, der den Ein¬ 
fluss einer Reihenfolge ziemlich starker Inductionsschläge auf die Paramaecien 
beobachtete und, wenn auch bei weitem nicht erschöpfend, den Effect der 
Entleerung der Trichocysten beschrieb. 
Th. Engelmann (6) untersuchte mit Hilfe besonders construirter 
unpolarisirbarer Elektroden die Reaction von Süsswasserrhizopoda (Amoeba 
diffluens und Arcella vulgaris) auf einen einzelnen Inductionsöffnungsschlag. Die 
Rhizopoda nahmen eine kugelige Gestalt an, was E n g e 1 m a n n dahin deutete, 
dass bei der elektrischen Reizung das Protoplasma vorübergehend die mecha¬ 
nischen Eigenschaften einer Flüssigkeit annimmt. 
Rossbach (7) fand im Jahre 1872, dass Stylonychia und Euplotes so¬ 
wohl bei Sehliessungsschlägen als bei intermittirenden Strömen sofort weit¬ 
gehende Gestaltveränderungen (Wellung der Oberfläche, Auswellung des Hin¬ 
terendes) erfahren, die er als active Contractionserscheinungen des Proto¬ 
plasma deutete... Bei Anwendung « schwächerer > Ströme stellen sich bei Sty¬ 
lonychia Drehbewegungen ein, es «treten helle, wasserklare, runde Blasen aus 
«dem Körper und lösen sich von ihm los, und schliesslich erfolgt totale Auf¬ 
lösung» (nach Kölsch, 22, S. 398). 
Endlich ist in ganz letzter Zeit eine Arbeit von E. R o e s 1 e (8) erschei¬ 
nen, welche die Reaction folgender Infusorien: Paramaecium aurelia, Oxytricha 
parallela, Stylonychia mytilus, Stentor coeruleus und Roeselii und einiger Vor¬ 
ticellen auf einzelne Inductionsschläge zum Gegenstand hat. Der Autor führte 
seine genau beschriebenen Untersuchungen mit Hilfe nach Prof. H e r i n g’s 
Gedanken construirter, leicht verstelbarer Platinelektroden aus, die an einem 
drehbaren Hartgummiringe befestigt waren; der Du Boi s-R eymon d’sche 
Schlittenapparat war mit 2 Grove’schen Elementen beschickt. Um den Einfluss 
der einzelnen Inductionsöffnungsschläge auf die rasch dem Blicke entschwindenden 
Infusorien (z. B. Paramaecien) beobachten zu können, füllte der Autor das 
Reizkästchen mit einem Filz feiner Wasserpflanzen an, in dessen Maschen sich 
die Tiere gleichsam fingen 
«Die Reaction der Paramaecien bestand bei Schwellenreizen in einer Art 
«von ganz schwacher Zusammenzuckung ohne Ortsveränderung oder in einer 
«ganz geringen, gerade noch wahrnehmbaren Rückwärtsbewegung. Bei etwas 
«stärkeren Strömen erfolgte hingegen eine plötzliche ruckweise Bewegung nach 
«vorwärts infolge einer plötzlichen Beschleunigung der Rythmicität der Wimper¬ 
ibewegung, die jedoch nur wenige Augenblicke währte, worauf das Tier seine 
«frühere Bewegungsweise wieder fortsetzte. Diese Vorwärtsbewegung steigerte 
«sich bei der Verminderung des Rollenabstands, also bei Zunahme der Strom- 
«stärke, so dass das Tier oft plötzlich dem Blicke entschwand> (8, S. ue). 
Nachdem der Autor die Schwellenreize festgestellt batte, fand er, dass 
die Reaction nur in einer ganz bestimmten Lage des Tieres zur Stromesrich-
        

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