Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Frage nach der histologischen Theorie des Schlafes. (Aus dem pathologo-anatomischen Laboratorium von Prof. W. Bechtereff, Mitgliede der Akad. d. Wissensch.) <Psych. Obozrenie> No. 3, 1901
Person:
Narbut, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36548/1/
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ANALYSES. 
Lawdowski, M. Prof. Unsre Begriffe liber die lebendige Zelle und de¬ 
ren Ursprung. Rede, gehalten gelegentlich des feierlichen Actes an 
der kaiserl. Militär-medicin Academie am 18-ten December 1900. 
Petersburg. 1901. 
ln dieser Rede macht der Autor den \ ersuch dem sogenannten Syncy¬ 
tium der Embryologen, welches zum Teil viel Analogie mit der lebenden, 
Jahrhunderte lang bestehenden, sich ewig erneuerenden und den Körper der 
Tiere bildenden Materie viel Analogie besitzt, eine weitgehendere Bedeutung 
zuzuschreiben, weshalb er die Ansicht ausspricht, dass die Zelle ein Aggregat 
von protoplasmatischen Teilchen (Molekülen) oder Teilchen (Molekülen) von 
Syncytium, d h. ein mit allen physiologischen zum Functionniren des Orga¬ 
nismus notwendigen Eigenschaften ausgestattetes Aggregat, ist. Diesem proto¬ 
plasmatischen Aggregat von leilchen (Molekülen) schreibt der Autor eine grös¬ 
sere Rolle in dem organischen Leben zu als der hochdifferencirten, mit einem 
Kern versehen Zelle. Seiner Ansicht nach erschöpft der Process der indirecten 
Teilung den Lebenscyclus bei weitem nicht. In manchen Fällen (z. B. bei 
der Furchung der Eier), wenn die Kerne und vielleicht auch die Zellkörper, 
Lawdowski nach, keine ihnen ähnlichen Vorgänger haben, bilden sich Kerne 
durch Aggregation sich auf chemischem Wege ausscheidender Moleküle von 
Nucleinsubstanz des Protoplasmas oder des Syncytiums, um welche herum 
durch allmalige Zergliederung oder Teilung dieses Protoplasmas sich die Zell¬ 
körper selbst formen. Indem das Dotter dem Embryo als Nahrung dient, kön¬ 
nen sich dessen vitelline Teilchen oder Moleküle in Zellkeime verwandeln. 
Noch mehr: das Dotter das Hühnereies fängt noch lange vor der Reife und 
der Befruchtung des Eies an sich zu segmentiner. Aus den gelben Kügel¬ 
chen des Dotters bilden sich weisse, und geht, unter Nucleinausscheidung, 
Kernbildung und danach Zellbildung vor sich. Die Ansicht verfechtend, dass 
der Kern im Eie vor der Entwicklung verschwindet nimmt Prof. Lawdowski 
folgenden Process an: der Kern mit allen seinen Bestandteilen zerfällt und 
führt in das generative Syncytium des Eies die unzählige Menge seiner 
Moleküle ein, welche dasselbe definitiv zur Befruchtung vorbereiten. Somit 
wäre der historische Ausspruch:  M 1, 1901. 
Narbut, W. Dr. Zur Frage nach der histologischen Theorie des Schla¬ 
fes. (Aus dem pathologo-anatomischen Laboratorium von Prof. Bech¬ 
tereff1, Mitgliede der Akad. d. Wissensch.).  jV 3, 
1901. 
Der Autor ist auf Grund seiner Experimente an jungen Hunden zu fol¬ 
genden Resultaten gelangt. Im Ruhezustände (Schlafe)' tritt Perlzustand der 
Dendriten ein, und je tiefer der Schlaf ist, desto schärfer ist diese Erscheinung 
ausgeprägt, da unter dem Einflüsse chemischer Processe (Anhäufung von
        

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