Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Methylal-Chloroformnarkose. (Medic. Obozrenie, 1899, S. 221)
Person:
Tschirwinski, S.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36517/2/
analyses. 
328 
Spec. Gew. Siedepunkt. 
1) Methylal 4 Teile, Chloroform 1 Teil..... 0.982..... 44"—40° 
2) Methylal 3 T., Chloroform 1 T....... 1,012..... 41)"—47° 
3) Methylal 2 T., Chloroform 1 T....... 1,070..... 49"—50" 
4) Methylal 1 T., Chloroform 1 r4....... 1,107..... 51"—51.5" 
5) Methylal 1 T., C hloroform 2 T....... 1.280..... 55"—56° 
Aus den vom Autor angeführten Thatsachen ist Folgendes ersichtlich: in der 
Narkose durch die Mischung .V 1 ist der Einfluss des Methylais vorherrschend: 
die Narkose ist nicht trnf und nicht anhaltend, wobei die Atmung erregt, der 
Fuis beschleunigt bleibt. Durch das Gemisch V 2 ist die Atmung nur im 
Beginn der Narkose beschleunigt, dann aber verlangsamt. Der Rythmus des 
Herzens ist auch beschleunigt, aber nicht so bedeutend, wie nach der Mischung 
N E Durch diese Mischungen kann der Tod nur dann herbeigeführt werden, 
wenn der Atem stockt. Die Mischung ,V 3 gab eine tiefere Narkose und die 
anfängliche Anregung der Atmung fehlte. Der Puls verzögerte sich und dei 
Blutdruck fiel stärker als in den vorhergehenden Fällen. Bei lange dauerndem 
und ununterbrochenem Einatmen trat Stocken der Atmung ein, welche ktins- 
lich wieder eingeleitet wurde. Das Herz fuhr fort zu arbeiten. Aus dem Vor¬ 
hergehenden ist ersichtlich, dass das Methylal die muskelmotorischen Gan¬ 
glien des Herzens anregt und dadurch der Schwächung derselben durch das 
Chloroform entgegenwirkt, wodurch die Hauptgefahr seitens der Chloroform - 
narkose—die Herzlähmung—beseitigt ist. Bei weiterer Verminderung des Me¬ 
thylais in der Mischung nimmt die Narkose mehr und mehr den Charakter 
der Chloroformnarkose an, wird aber mit dieser nicht identisch, und unter¬ 
scheidet sich von letzterer in ihrer Wirkung auf die Herzaction gerade um 
soviel als der beigefugten Menge Methylal entspricht. Aus den erhaltenen 
Thatsachen glaubt der Autor auf den Menschen nur den Hauptschluss übertra¬ 
gen zu können, nämlich: dass das Methylal auf die llerzaction nicht nur nicht 
lähmend wirkt, sondern in einem gewissen Maasse der durch das Chloroform 
hervorgebrachten Lähmung enfgegenwirkt. Selbstverständlich wird die Form der 
Mischung, den individuellen Eigenschaften des Organismus gemäss, bei dem 
Menschen eine andre sein müssen. So erwies es sich bei der Anwendung der Mi¬ 
schungen ATM 3 und 4, die auf die Tiere so gut wirkten, dass bei Kranken die Ope¬ 
ration zwar schmerzlos verlief, vollkommene, tiefe Narkose jedoch nicht statt ge¬ 
habt hatte, da die Bewegungsrefiexe nicht ganz aufgehoben waren. Fallen 
des Pulses, wie solches bei Chloroform stattfindet, wurde nicht beobachtet. 
Poroschin, N. Zur Frage nach den pathologisch-anatomischen Veränderun¬ 
gen in den Organen bei Todesfällen in der Chloroformnarkose. (Dissert. 
Kasan, 1899). Kl Bonpocy o naiojioro aHaTOsnmecKiixa» ii3Mrï>Heniax'L 
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