Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die therapeutische Verwendung der Kakodylsäure. (Botkin's klin. Zeitung, 899, No. 25, S. 1031)
Person:
Podanowski, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36503/1/
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A N A 1 VS E S. 
wirkt conservativ. Die Beimengung von 1% Salzsäure, 1 /,—2" Phenol zu 1" 
Sublimat im Blutserum erhöht dessen desintecirende Wirkung. 1 t C hlornatrium 
verändert letztere nicht Die Sublimat-Phenolmischung (T " Sublimat 2' 
Phenol), in distillirtem oder gewöhnlichem YV asser aufgelöst, bezitzt dieselben, 
ziemlich kräftig desinfeeirenden Eigenschaften. 
Die bactericide Kraft der Mischungen von Sublimat mit anderen Sub¬ 
stanzen ist vom Autor in folgender Tabelle dargestellt. 
Siiblhmtlösungcn 
1 °/00 Sublimat 
00 
iy 
iy 
Subi. 
Iïeshtf'crrcndr 11 //-Liütg 
........... schwach 
1%0 Suhl. -+- ‘4% Natri chlorati........etwas stärker 
( 0,25"/ÜO Salzsäure | 
0?25r4o-0-ö7;„, Weinsäure 
( 0,25°/00—-0,5°/,0 Milchsäure 
| 0.5 70li Salzsäure 
1 0,5 "/00—1‘/00 Weinsäure 
1 °/00 Milchsäure f 
leer 
l°/oo Subi. 
i ?;b 
/ noch stärker 
0 0 
00 
«0 
Suhl. 
Suhl. -+ 
yV/o Phenol 
I 1 % Salzsäure 
1 1 % Phenol 
stark 
2% Phenol.............sehr ! 
Podanowskh W. Dr. Lieber die therapeutische Verwendung der Kako- 
dylsäure. (Botkin’s kfin. Zeitung. 1899, .V 25, S. 1031). 
Der Autor wandte die Ivakodylsäure anstatt anderer Arsenpräparate an. 
Dieselbe wurde nach dem Körpergewicht der Kranken dosirt. Bei den ersten 
von Dr. Prochoroff veranstalteten Beobachtungen wurden zu den subcutanen 
Einspritzungen 0,0025 — 0,02 pro kilo genommen, in den folgenden Fäl¬ 
len im Laufe von 24 Stunden 0,003 — 0.01 pro kilo innerlich in 2—3 Ga¬ 
ben verabreicht. Auf Grund seiner Beobachtungen gelangte der Verfasser 
zu folgenden Schlüssen: 1) die Kakodylsäure gehört zu denjenigen Arsen¬ 
verbindungen, welche vom Organismus in sehr grossen Mengen vertragen 
werden und kann daher im Vergleich zu andern Arsenpräparaten als iür un¬ 
giftig angesehen werden: 2) die Kakodylsäure—oh innerlich eingenommen oder 
unter die Baut gebracht ist gleichgültig—übt auf den Organismus eine anre¬ 
gende Wirkung aus, was sich durch gebessertes subjectives Gefühl und v rstäk- 
ten Appetit kennzeichnet, infolgedessen das Körpergewicht zunimmt; 3) die 
anregende Wirkung ist am Anfang der Behandlung am stärksten, in der Folge 
etwas schwächer ausgedrückt. Dementsprechend fällt auch das Körpergewicht 
ein wenig, bleibt aber höher als das anfängliche. Es kommt jedoch nicht sel¬ 
ten vor. dass das Körpergewicht garment fällt, sondern während der ganzen 
Behandlungszeit und sogar nachher zu steigen fortfährt: 4) sogar in sehr 
grossen Dosen ruft die Kakodylsäure keine Störungen im Organismus hervor. In 
diesen eingeführt zerfällt dieselbe sehr bald, und werden die Producte dieses 
Zerfalls hauptsächlich durch die Lungen und die Nieren ausgeschieden.
        

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