Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
E. Egger: Le moi des mourants. Rev. philos. Bd. XLI. S. 26-38. Jan. 1896
Person:
Giessler, M.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36483/1/
308 Litter a turbericht. 
mit. ihrer durchaus abstrahierenden Thätigkeit — die ja auch nur eine 
Thätigkeit des Subjektes ist — von der Wirklichkeit, während uns 
„vielleicht die unmittelbare Empfindung am nächsten an sie heranführt?“ 
Trotzdem bleibt die Subjektivität |)ei den Empfindungsqualitäten bestehen, 
dieselben spiegeln .unseren Körper und seine Affektionen und indirekt 
die Aufsenwelt. Dieser eigentliche Sinn jener Lehre kann aber empirisch 
durch - die Naturwissenschaft nicht bestätigt werden. Endlich sucht der 
Verfasser die Objektivität von Kaum und Zeit zu erweisen und.gelangt 
somit am Schlüsse dieser Betrachtung zu einem ^dualistischen 
R ealismus“. „Die Welt, räumlich zeitlich, beherrscht von dem G-esetz 
der Kausalität auf der einen Seite, auf der anderen Seite die Bewufst- 
seine, die sie spiegeln und die sich für die wesentlichen Fakturen der 
transcendenten Welt durch Entwickelung herangebildet habem Daher 
sie nunmehr Kaum, Zeit und Kausalität a priori zur Auffassung der 
Welt mitbringen. “ 
Den so gewonnenen Standpunkt bezeichnet der V erfasser im 3, Teile 
^ls. „Wir klich.keitsstandpunkt“, den nicht nur, wie er weiter durch¬ 
führt, die Physik, die Biologie etc., sondern auch die philosophischen 
Einzeldisziplinen, wie die; Psychologie, voraussetzen Damit blçibt das 
Rätsel.der Welt für den Verfasser bestehen, es gilt ihm „genau im 
gleichen Sinne, in dem es die Metaphysik noch stets formuliert .und zu 
.lösen versucht hat“. Doch bleibt unsere Erkenntnis eine relative; denn 
das Wesen der Dinge bleibt uns verschlossen, aber nicht, weil es im 
„Ding an sich“ liegt, „sondern weil wir über die Erscheinungswelt, d. h. 
— von unserem Standpunkte aus -— über die uns allein gegebene äufsere 
Wirklichkeit der Welt, nicht hinauskommen“. Zum Schlüsse verwahrt 
Sich der Verfasser einmal gegen den Vorwurf, mit seinen Ausführungen 
in die Annahme einer Welt der Erscheinungen im Sinne Kants zurück- 
gefallen zu sein,' sodann gegen eventuelle Einwände des kritischen Sub¬ 
jektivismus, der gesammte Erklärungsversuch geschehe mittelst der 
logischen Denkformen, deren Herkunft zu erklären er sich zur Aufgabe 
setze, Dem letzteren Ein würfe hält der Verfasser entgegen, dafs die 
Logik, das -absolut Indiskutable sei. „Schon das erste Wort, das wir 
sprechen, gehorcht ihr.“ 
Es sei noch erwähnt, dafs die Abhandlung als Quaestio inauguralis 
.am 13. Juli 1895 an der Universität München vorgetragen wurde. 
Frieör. Kiesow (Turin). 
E. Egger. Le moi des mourants. Rev. philos. Bd. XIÄ. S. 26—38. (Jan. 1896.) 
Es handelt sich um die psychischen Erlebnisse derer, welche im 
Begriff waren, zu sterben, sei es, dafs sie dem Ertrinken nahe kamen, 
sei es, dafs sie von beträchtlicher Höhe herabstürzten, sei es, dafs sie 
in anderer Weise momentan in Todesgefahr schwebten. Diese Leute 
^erlebten angesichts des Todes die hauptsächlichsten Szenen ihres ver¬ 
gangenen Lebens noch einmal geistig wieder. Der Schweizer Professor 
„Beim hat bei den abgestürzten Keisenden Erkundigungen eingezogen und 
.folgende übereinstimmende psychische Vorgänge, als von dem Augen¬ 
blicke des Abstürzens bis zum Aufschlagen des Körpers sich vollziehend,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.