Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F. W. Mott u. C. S. Sherrington: Experiments upon the Influence of Sensory Nerves upon Movement and Nutrition of the Limbs. Proceedings Roy. Soc. Vol. LVII. No. 345. S. 481-488. 1895
Person:
Wallaschek
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36472/1/
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Litteraturbericht. 
beiden Seiten empfunden zu werden. Dies zeigte sieb besonders bei den 
als Kontrollexperiment benutzten Affen. Diese Schmerzempfindungen 
scheinen auf der nicht-paralysierten Seite rascher zu erfolgen, und das 
Tier kann die schmerzhafte Stelle auf der verletzten Seite lange nicht 
mit derselben Genauigkeit lokalisieren, wie auf der unverletzten. Tast¬ 
empfindung erfolgte nur auf der nicht paralysierten Seite. Die Probe 
mit kaltem "Wasser ergab dasselbe Resultat. Die mikroskopische Unter¬ 
suchung des Bückenmarkes, das nach dem Tode des Tieres nach Marches 
Methode behandelt wurde, ergab, dafs die absteigenden Degenerationen 
sich fast ausschliefslich auf die verletzte Seite beschränkten. Sie zeigten 
sich an den direkten Pyramidensträngen und der Pyramidenkreuzung; 
Wenige degenerierte Fasern zeigten sich zerstreut in den Vorder- und 
Seitensträngen beider Seiten, besonders in Fällen, wo ein kleiner Teil 
der anderen Seite des Bückenmarkes zufällig verletzt wurde. Nach oben 
zeigten sich die meisten Degenerationen in den GoLLschen Strängen, dem 
direkten Kleinhirnstrang, den Vorder- und Seitensträngen. Einige 
degenerierte Fasern fanden sich gewöhnlich im GoLLschen Strang, den 
Vorder- und Seitensträngen der unverletzten Seite. 
Wallaschek (Wien). 
F. W. Mott u. C. S. Sherrington. Experiments upon the Influence of 
Sensory Nerves upon Movement and Nutrition of the Limbs. Pro¬ 
ceedings Boy. Soc. Vol. LVII. No. 345. S. 481—488. 1895. 
Im Anschlufs an Experimente von Claude Bernard haben die Ver¬ 
fasser an Affen Bewegungsstörungen untersucht, die entstanden sind durch 
Durchschneidung der sensorischen Wurzeln der Bückenmarksnerven. 
1. Bewegung. Durchschnitten wurde in der Brachialregion vom 
4. Hirnnerv bis zum 4. Brustnerv (inklusive), in der Lumbarregion vom 
2. bis zum 10. hinteren Brustnerv inklusive. 
Der Effekt, der von den Verfassern ausführlich beschrieben wird, 
läfst sich dahin zusammenfassen, dafs die Beweglichkeit der Peripherie 
der Gliedmafsen fast gänzlich aufhörte, während sie gegen die Basis der 
Verletzung zu allmählich zunahm, wenn auch immer gestört war. In 
dieser Beziehung ähnelt diese Erscheinung jener Bewegungsstörung, die 
auf eine Entfernung der entsprechenden, die Bewegung vermittelnden 
Begion des Cortex cerebri folgt, doch ist beim Affen die erstere Störung 
auffallender. Unter aufsergewöhnlichen Umständen können sogar die 
feineren Glieder am äufseren Ende der Gliedmafsen noch bewegt werden, 
"wenn das Tier sich zur Wehre setzt und gewaltsame rasche Bewegungen 
-zu machen genötigt ist. Die Verfasser schliefsen daraus, dafs die Mit¬ 
bewegungen bei dem Verlust der Empfindung der Gliedmafsen verhältnis- 
mäfsig wenig in Mitleidenschaft gezogen werden, während diejenigen 
Bewegungen, deren Ausführung durch gewisse Partien des Cortex ver¬ 
mittelt wird (willkürliche Bewegungen), sehr schwer beeinflufst sind 
und manchmal ganz entfallen; ja, die Verfasser sagen direkt: die W illens- 
macht zur Ausführung der Griffbewegung der Hand und ähnliches hat 
ganz aufgehört durch den lokalen, experimentell herbeigeführten Verlust 
jeder Empfindung. Die Willensmacht hörte auf gleich nach der Operation
        

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