Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
H. Nichols: Pain-Nerves. Psychol. Rev. II. S. 487-490. 1895 / Henry Rutgers Marshall: Physical Pain. Ebenda. II. S. 594-598. 1895 / C. A. Strong: Physical Pain and Pain-Nerves. Ebenda. III. S. 64-68. 1896
Person:
Cohn, J.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36446/1/
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Litteraturbericht. 
die mit der Erhellung des Grau zunächst zunimmt, ein Maximum erreicht, 
abnimmt und durch einen Indifferenzpunkt, an welchem binokular und 
monokular Gesehenes gleich hell erscheint, in Erhellung übergeht. Dieses 
Verhalten wurde zuerst im vorigen Jahrhundert von Jurin, dann von 
Valerius und besonders von Fechner und Aubert untersucht. Verfasser 
hat darüber in Kirschmanns Laboratorium (Toronto) Versuche angestellt. 
Die Verdunkelung erfolgte durch Episkotister. Man suchte den In¬ 
differenzpunkt festzustellen; und zwar untersuchte man den unmittel¬ 
baren Erfolg des Öffnens oder Schliefsens eines Auges, nicht den Erfolg 
einer dauernden monokularen und binokularen Betrachtung. Die Ver¬ 
suche wurden an zwei Beobachtern angestellt, wobei abwechselnd das 
rechte und das linke Auge die Verdunkelung erfuhren. Für den einen 
Beobachter zeigten sich sehr grofse Verschiedenheiten beider Augen. 
Das Verhältnis der Helligkeit, welche dem Indifferenzpunkte entspricht, 
zur ursprünglichen Helligkeit nimmt mit der absoluten Gröfse dieser 
Helligkeit bedeutend ab. Zur Erklärung des Phänomens sind ver¬ 
schiedene Theorien aufgestellt worden, welche dasselbe bald auf Auf¬ 
merksamkeitsverhältnisse, bald auf den Wettstreit dei Sehfelder zurück¬ 
führen wollten. In einer dem Aufsatz nachgeschickten Bemerkung 
versucht Kirschmann eine andere Erklärung auf Grund der Betrachtung 
der physikalischen Energieverhältnisse und der zum stereoskopischen 
Sehen nötigen Energie. Referent mufs bekennen, dafs ihm diese Er¬ 
klärung nicht sehr plausibel erscheint. J. Cohn (Berlin). 
H. Nichols. Pain-Nerves. Psychol. Bev. II. S. 487—490. 1895. 
Henry Rutgers Marshall. Physical Pain. Ebenda. II. S. 594— 598. 
1895. 
C. A. Strong. Physical Pain and Pain-Nerves. Ebenda. III. S. 64—68. 
1896. 
Strong hatte (Psychol. Bev. II. S. 329—347, s. das Referat: diese Zeitschr. 
Bd. X. S. 302/3) die Ansicht vertreten, dafs der Schmerz von der Unlust 
verschieden und eine besondere Empfindungsqualität sei. Dagegen hatte 
er die Existenz besonderer Schmerznerven bezweifelt. Für diesen Zweifel 
war von ihm besonders die Thatsache hervorgehoben worden, dafs 
Analgesie für Tastreizung mit Hyperalgesie für Temperaturreizung an 
derselben Hautstelle vorkommt. Nichols erwidert darauf, es hindere 
nichts, anzunehmen, dafs besondere Schmerzfasern zu den Druck-, Wärme- 
und Kältepunkten führen. Bei Strongs Behauptung bleibe nur die 
WüNDTsche Theorie, nach welcher starke durch die graue Substanz ge¬ 
leitete Reize Schmerz bewirken, übrig. Diese aber sei unwahrscheinlich. 
Strong entgegnet, dafs die Annahme von drei Gattungen von Schmerz¬ 
nerven eine neue Wendung der Theorie der gesonderten Nerven sei, dafs 
diese Ansicht in den Thatsachen allerdings keine Widerlegung finde, ihm 
aber weniger plausibel erscheine, als die WüNDTsche Ansicht. 
Marshall hält an der Anschauung fest, dafs Schmerz mit Unlust 
identisch und dafs Lust-Unlust eine besondere Seite jedes seelischen 
Vorganges, vergleichbar der Intensität und Qualität der Empfindung, sei. 
Dafs wir Schmerz ohne Empfindungsqualität wahrnehmen, sei der That-
        

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