Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
T. R. Robinson: Experiments on Fechners Paradoxon. Americ. Journ. of Psychol. VII. S. 9-25. 1895
Person:
Cohn, J.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36445/1/
Litteraturbericht. 
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führliche Darstellungen gefunden, die, bei manchem Ähnlichen in der 
Anordnung des Stoffes u. s. w., doch auch beträchtliche Unterschiede 
aufweisen. 
Bull hat sich bei der Bearbeitung des Gegenstandes fast ausschliefs- 
lich auf eigene Untersuchungen gestützt. Zwar werden auch Ansichten 
anderer Autoren erwähnt, doch meist nur sehr kurz und ohne nähere 
Angabe der Litteratur, sodafs sich ein genaues Bild derselben nur 
schwer gewinnen läfst. Die Darstellungen sind daher auch rein subjektiv 
und die aus seinen Beobachtungen gewonnenen Ansichten vielfach ge¬ 
eignet, den Widerspruch anderer Ophthalmologen hervorzurufen. Das 
Buch, das leider auch reich ist an undeutschen Wendungen und Worten, 
ist infolgedessen für solche, die erst in die Lehre vom Gesichtsfeld ein- 
treten wollen, nicht geeignet, sondern nur für Fachleute, die bereits 
eigene Erfahrung und Kenntnis der anderen Litteratur besitzen, bei 
denen aber viele Beobachtungen, speziell die über Licht- und Farbensinn, 
lebhaftes Interesse finden werden. Die zahlreichen Abbildungen von 
Gesichtsfeldern sind sehr anschaulich, wie denn überhaupt die Aus¬ 
stattung des Buches eine lobenswerte ist. 
Das Werk von Baas ist, wie bereits erwähnt, in Bezug auf die Eim- 
teilung des Stoffes dem soeben referierten ähnlich, steht aber in fast 
jeder Beziehung weit über demselben. Nach einer Besprechung der 
Geschichte der Gesichtsfeldmessung, der Methoden, Instrumente u. s. w., 
sowie nach kurzen anatomisch-physiologischen Vorbemerkungen handelt 
Verfasser zunächst ausführlich das normale Gesichtsfeld ab, sodann 
dessen Anomalien bei den Erkrankungen der Aderhaut, der Netzhaut, 
des Sehnerven, beim Glaukom, sowie die hemianopischen und die 
funktionellen Gesichtsfeldstörungen. 
Baas verwertet dabei nicht nur seine eigenen reichen Erfahrungen, 
sowie diejenigen der Freiburger Augenklinik, sondern auch in sehr ein¬ 
gehender Weise die Litteratur, welche ziemlich erschöpfend angegeben 
ist. Das Werk ist daher nicht nur dem Anfänger sehr zu empfehlen, 
sondern auch für den Erfahrenen von gröfstem Wert, sei es, dafs ersieh 
schnell über eine einschlägige Frage orientieren, sei es, dafs er selbständig 
über eine solche arbeiten will. Die Darstellung ist eine klare und wird 
durch zahlreiche Abbildungen wirksam unterstützt. Ganz verfehlt und 
unklar erscheinen nur die Bezeichnungen der Farbenskotome. Es ist 
bei manchen Figuren recht schwierig, sich in dem Gewirr von Punkten, 
Strichen und Kreuzen zurechtzufinden. Dem Werte des Buches kann 
dieser kleine Tadel natürlich keinen Eintrag thun; aber es erscheint 
doch wünschenswert, dafs in einer hoffentlich bald notwendig werdenden 
zweiten Auflage in dieser Beziehung eine Aenderung geschaffen wird. 
Bich a ED Simon (Berlin). 
T. B. Bobinson. Experiments on Fechners Paradoxon. Americ. Journ. 
of Psychol VIL S. 9—25. 1895. 
Binokular Gesehenes erscheint heller als monokular Gesehenes. 
Wenn man aber das eine vorher geschlossene Auge durch ein dunkles 
graues Glas sehen läfst, so erfolgt eine Verdunkelung des Gesichtsfeldes,
        

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