Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
E. Steinach: Über die elektromotorischen Erscheinungen an Hautsinnesnerven bei adäquater Reizung. Ein Beitrag zur objektiven Sinnesphysiologie. Pflügers Arch. Bd. 63. S. 495-520. 1896
Person:
Cohnstein, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36441/3/
Litteraturbericht. 
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Dieser Entlastungsschwankung folgt in der Mehrzahl der Fälle eine 
kleine positive Nachschwankung (maximal 2 Skalenteile). Bei 
wiederholt in kurzen Zwischenräumen gereizten Nerven bleibt aber diese 
positive Nachschwankung aus, der Nerv reagiert nach Ablauf der Er¬ 
regung nicht mehr mit der Energie eines frischen Nerven. — Da dieses 
Nachlassen der positiven Nachschwankung schon zu einer Zeit eintritt, 
zu welcher die negative Schwankung noch mit Sicherheit hervorgerufen 
werden kann, so darf man hierin ein Ermüdungszeichen des Nerven - 
stammes sehen. Es ist dies bekanntlich das einzige bisher beobachtete 
Ermüdungssymptom am Nerven. — Nach sehr lange fortgesetzten Beiz¬ 
versuchen sieht man schliefslich auch die Intensität der negativen 
Schwankung mehr und mehr abnehmen. Dies spricht aber nicht für 
eine Ermüdung des Nerven, sondern für eine Erschöpfung der peri¬ 
pherischen Endapparate. 
In einer letzten Versuchsreihe prüfte Verfasser die durch Ermüdung 
bedingte Steigerung des Schwellenwertes. Er untersuchte, wie grofs ein 
Druckreiz gewählt werden mufs, um an einem Nerven, welcher noch in 
der Phase der negativen Schwankung sich befindet, eine erneute Schwan¬ 
kung hervorzurufen. Es zeigte sich, dafs die Gröfse des erforderlichen 
Zusatzgewichtes proportional ist der Gröfse der Anfangsbelastung. 
W. Cohnstein (Berlin). 
- % 
S. S. Epstein. Über Modifikation der Gesichtswahrnehmungen unter 
dem Einfiufs von gleichzeitigen Toneindrücken. Zeitschr. f. Biol. N. F. 
Bd. 15. S. 28—43. 1896. 
Verfasser unternimmt es in der vorliegenden Arbeit, auf experi¬ 
mentellem Wege zu untersuchen, ob und in welchem Grade Toneindrücke 
im Stande sind, auf die gröfsere oder geringere Schärfe der Gesichts¬ 
wahrnehmungen Einfiufs auszuüben. Er prüft dabei die Erhöhung des 
Farbensinnes, die Erhöhung der Sehschärfe und die Einschränkung des 
peripheren Gesichtsfeldes unter dem Einfiufs gleichzeitiger Toneindrücke. 
Die Versuchsperson beobachtete durch ein Fernrohr die auf ein 
Drehuhrwerk aufgesteckten Versuchsscheiben. Die letzteren waren, bei 
der Prüfung der Sehschärfe, aus neutralgrauer Farbe hergestellt und 
zeigten eine Anzahl kreisförmiger konzentrischer Streifen von ver¬ 
schiedener Bogenlänge. Versetzt man die Scheibe in Dotation, so er¬ 
scheinen auf grauem Hintergrund farbige konzentrische Kreise, deren 
Wahrnehmbarkeit mit der Länge der Bogenstücke zunimmt. Zur Prüfung 
des Farbensinnes wurden Scheiben mit verschiebbaren farbigen Sektoren 
benutzt. Die Tonzuleitung erfolgte von der Schall Öffnung einer Orgel 
mittelst eines Gummischlauches direkt in die Gehörgänge der Versuchs¬ 
person. 
Es wurde in jedem Falle die Versuchsperson zunächst aufgefordert, 
ohne Schallzuführung durch das Fernrohr hindurch eine rotierende 
Scheibe zu beobachten und die Anzahl der gesehenen Kreise zu nennen. 
Dann erfolgte die Wiederholung des Versuches während gleichzeitiger 
Schallzuführung. 
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