Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
E. Steinach: Über die elektromotorischen Erscheinungen an Hautsinnesnerven bei adäquater Reizung. Ein Beitrag zur objektiven Sinnesphysiologie. Pflügers Arch. Bd. 63. S. 495-520. 1896
Person:
Cohnstein, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36441/1/
Litteraturbericht. 
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Fehlermethoden, insbesondere die von ihm begründete Methode der 
Gleichheits- und Ungleichheit sfalle. Von Interesse erscheint hier 
namentlich, was S. 22 f. über die Kriterien für das Überwiegen äufserer 
bezw. innerer Fehler gesagt wird. Der letzte Teil bringt Betrachtungen 
über das WEBERSche G-esetz, die an das in den Philos. Stud, vom Ver¬ 
fasser Dargelegte anknüpfen, und einige Vermutungen über die physio¬ 
logischen Parallelerscheinungen der Bewufstseinsvorgänge. Dieselben 
werden allgemein als Bewegungen gefafst. Gegen die Vorstellung einer 
„ausgeschliffenen Bahn“ bei assoziativ begründeter [Reproduktion wird 
geltend gemacht, dafs diese bekanntlich in einer Bichtung weit besser 
und leichter zu stände kommt, als in der entgegengesetzten, während in 
einer solchen Bahn „die Bewegungen nach beiden Bichtungen mit nahezu 
gleicher Schnelligkeit erfolgen“ dürften (S. 35). „Möglicherweise beruht 
die Bichtung der Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Sinnesgebiet in 
der engeren Verbindung der zur [Hirnrinde führenden Nerven mit den 
Ganglienzellkernen, so dafs die geringsten Schwingungen der Moleküle 
fortgepflanzt werden.“ „Noch kennen wir weder die genaue Beschaffen¬ 
heit der Moleküle (mit Ätherhüllen umgebene Blutkörperchen“?), welche 
diese Bewegungen ausführen, noch die Form der Bewegungen selbst.“ 
Unerklärlich bleiben jedoch die Bewufstseinserscheinungen selbst, über 
denen noch ein „Oberbewufstsein“ steht (S. 36). 
Külpe (Würzburg). 
Ge OEGE .Stuaet Füllerton. Psychology and Physiology. Psychol. Bev 
III. S. 1—20. 1896. 
Verfasser zeigt, dafs sowohl unter Voraussetzung des Parallelismus 
wie unter Annahme der Wechselwirkung zwischen Leib und Seele sich 
für Physiologie und Psychologie getrennte Gebiete ergeben, dafs die 
Physiologen diese Grenzen oft, die Psychologen zuweilen überschreiten, 
und dafs es zwar zulässig ist, aus Thatsachen des einen Gebiets Schlüsse 
auf das andere zu ziehen, nicht aber Teile der Psychologie in physio¬ 
logischen Lehrbüchern zu behandeln. Mir scheint diese ganze Stellung¬ 
nahme recht äufserlich. Mit einer scharfen Abgrenzung der physio¬ 
logischen und der psychologischen Untersuchungsziele, wie sie der Ver¬ 
fasser nicht einmal versucht, "Witndt und Lipps aber z. B. wiederholt 
ausgeführt haben, ist der Wissenschaft gewifs gedient. Von den Physio¬ 
logen aber ist nicht zu verlangen, dafs sie sich von der Psychologie 
fern halten. Schon der Titel dieser Zeitschrift zeigt, dafs das praktisch, 
unthunlich ist. Nur müssen sie, wo sie Psychologisches brauchen, auch 
Psychologie verstehen, und so umgekehrt. J. Cohn (Berlin). 
E. Steinach. Über die elektromotorischen Erscheinungen an Haut¬ 
sinnesnerven bei adäquater Beizung. Ein Beitrag zur objektiven 
Sinnesphysiologie. Pflügers Arch. Bd. 63. S. 495—520. 1896. 
Das einzige objektive Merkmal, welches den gereizten Nerven vom 
ruhenden unterscheidet, ist bekanntlich die negative Schwankung seines 
Eigenstro.ms. Diesen Satz hat Steinach mit aller Schärfe bewiesen, als 
Zeitschrift für Psychologie XII. 10
        

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