Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Harold Griffing: On the Development of Visual Perception and Attention. Americ. Journ. of Psychol. VII. (2.) S. 227-236. 1896
Person:
Külpe, O.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36436/1/
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Litter aturbericht. 
J. 0. Quantz. The Influence of the Color of Surfaces on our Estimation 
of their Magnitude. Americ. Journ. of Psychol. VII. S. 26—41. 1895. 
In einem grofsen, an einer Seite offenen, an der gegenüberliegenden 
Seite mit einem Beobaehtungsrohr versehenen Kasten sind senkrecht zur 
Blicklinie nebeneinander zwei Schirme aufgestellt, von denen sich einer in 
der Richtung der Blicklinie verschieben läfst. Die Schirme haben in der 
Höhe des Beobachtungsrohres Ausschnitte ; diese tragen Diaphragmen mit 
kreisrunden, verschieden grofsen, durch verschiedenfarbige Gelatineblätt¬ 
chen geschlossenen Öffnungen; und die Versuchspersonen werden aufge¬ 
fordert, den verschiebbaren Schirm so zu stellen, dafs die beiden im 
dunklen Gesichtsfelde wahrgenommenen weifsen oder farbigen Kreise gleich 
grofs erscheinen. Werden dann aus den wirklichen Gröfsen und den 
Entfernungen die Gesichtswinkel berechnet, so stellt sich heraus, dafs 
Flächen in weniger brechbaren Farben (rot, orange, gelb, auch purpur) 
im Vergleich mit einer weifsen Fläche um 0,2 bis 3,6% überschätzt. 
Flächen in brechbareren Farben (blaugrün, blau, violett) dagegen um 
0,2 bis 2,2 °/o unterschätzt werden, während grün bei einer Versuchs- 
• • 
person zur Überschätzung, bei der anderen zur Unterschätzung führte. 
Heymans (Groningen). 
Harold Griffing. On the Development of Visual Perception and 
Attention. Americ. Journ. of Psychol. VII. (2.) S. 227—236. 1896. 
Der Verfasser sucht die variierenden Bedingungen der extensiven 
Schwelle für mehrere gleichzeitige Gesichtseindrücke zu bestimmen, be¬ 
sonders diejenigen, welche sich auf das Alter und die Entwickelungs¬ 
stufen der Beobachter beziehen. Ebenso sucht der Verfasser zugleich 
einige Ergebnisse über die Entwickelung der willkürlichen Aufmerksam¬ 
keit zu gewinnen. Der zu diesem Zweck verwandte Apparat war nach 
dem Prinzip von Cattels Fallchronometer und Volkmann-Wundts Tachisto- 
skop konstruiert. Ein schwarzer Vorhang mit einer rechtwinkligen 
Öffnung, in deren Mitte ein Fixationspunkt befestigt war, verhüllte den 
Apparat. In einer ersten Versuchsreihe dienten als Reize sechs grofse 
Buchstaben, die in zwei Reihen angeordnet und 7to Sekunde sichtbar 
waren. Die Beobachter waren Schüler und Studenten. Das Versuchs¬ 
verfahren war ein unwissentliches. Die gesehenen Buchstaben wurden 
von den Beobachtern niedergeschrieben. Die Fähigkeit, eine Anzahl 
simultaner Gesichtseindrücke zu erfassen und zu behalten, erreichte ihr 
Maximum bei den voll entwickelten Beobachtern. Hinsichtlich der 
Aufmerksamkeit und der intellektuellen Begabung stimmten die Resul¬ 
tate keineswegs mit den Aussagen der Lehrer über ihre Schüler überein. 
In einer zweiten Versuchsreihe wurden die Bedingungen dahin ab¬ 
geändert, dafs die betreffenden Reize der Beobachtung nur eine Sekunde 
ausgesetzt waren. Auch hier wurde von den älteren Beobachtern am 
besten perzipiert, doch war auch bei jüngeren Versuchspersonen die relative 
Variation bei dieser Versuchsanordnung weit geringer, als bei der 
ersteren. Nach dem Verfasser ist die Anzahl der gelesenen Buchstaben
        

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