Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A. Thiéry: Über geometrisch-optische Täuschungen. (Schluß.) Philos. Stud. XI. S. 603-620. XII. S. 67-126. 1895
Person:
Heymans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36432/1/
Litter a turberich t. 
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röche unumgänglich war, so hielten es die Verfasser für am zweck- 
mäfsigsten, das von Zwaardemaker auf neun Klassen erweiterte Ltnné- 
sche System zu verwenden. (Vergl. Zwaardemaker, Physiol, d. Geruches. 
S. 233ff, ebenso diese Zeitschr. Bd. X. S. 460.) Für jede dieser neun 
Klassen konnte Zwaardemaker eine für dieselbe charakteristische Atom¬ 
gruppe angeben, welche er analog den Chromophoren der Chemie der 
Farbstoffe als Odoriphor bezeichnet. Aus jeder der neun Klassen 
wurde sodann ein Riechstoff gewählt, bei dem taktile Nebenwirkungen 
ausgeschlossen waren. Es wurden aufserdem sowohl feste Riech¬ 
zylinder wie Lösungen von Riechstoffen verwandt. Für klinische 
Untersuchungen eigneten sich die festen Riechstoffe in diesem Falle 
besser als Lösungen, doch heben die Verfasser hervor, dafs es sich hier 
nur um orientierende Versuche handelte, und dafs ihnen für endgültige 
Bestimmungen die vorstehend beschriebene Anordnung der mit einem 
Flüssigkeitsmantel umgebenen Porzellanzylinder zur Verfügung stand. 
An 33 Fällen hochgradiger Anosmie wurde die relative Riechkraft der 
verwendeten Stoffe sodann zu ermitteln gesucht und das jedesmalige 
Ergebnis in ein Ordinatensystem eingetragen. Die Verfasser fanden auf 
diese Weise folgende Verhältnisse. 
Riechkraft des Wachses zu der des Benzois . . = 1:4, 
Wachs : Asa foetida........= 1:10, 
Asa foetida : Rad. Sumbul. . . . . = 1: 2, 
Rad. Sumbul. : Talg........ = 5:16, 
Talg : Skatolholz .........= 1:2, 
Skat. : frisch geteertem Zylinder = 2:3, 
frisch geteerter Zylinder : Anis = 5:6. 
Auf Grund der Schwellenkenntnis für Wachs konnten die gefundenen 
Werte sodann für alle neun Geruchsklassen in Olfaktien umgerechnet 
werden, wobei jedoch die verwandten Riechzylinder ziemlich auseinander 
liegende Riechkraft zeigten. Die Verfasser sehen hierin für klinische 
Zwecke jedoch eher einen Vorteil als einen Nachteil. Die Verfasser 
besprechen sodann noch einige weitere Einzelheiten von Anosmien und 
fügen nochmals hinzu, dafs die erhaltenen Werte bei streng wissen¬ 
schaftlicher Ausnutzung der Methode immer noch eine Nachprüfung 
mittelst chemisch genau definierbarer Körper verlangen, was bei Ver¬ 
wendung von festen Riechzylindern, wie auch in der vorstehenden Be¬ 
sprechung hervorgehoben wurde, naturgemäfs nicht möglich ist. Einige 
graphische Darstellungen sind dem Texte beispielsweise eingefügt. 
Obwohl die Arbeit, wie mehrfach erwähnt, zunächst nur klinische 
Zwecke verfolgt, so möchte die angegebene Methode jedoch auch all¬ 
gemeineren Zwecken dienstbar gemacht werden können. 
Friedrich Kiesow. 
A. Thiéry. Über geometrisch-optische Täuschungen. (Schlufs.) Philos. 
Stud. XI. S. 603—620. XII. S. 67—126 1895. 
Dieser zweite und dritte Artikel der TmÉRYSchen Arbeit beschäftigen 
sich mit den Gröfsentäuschungen. Interessant ist vor allem der
        

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