Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
J. D. Everett: On Resultant Tones. Philos. Mag. 41. No. 250. S. 199-207. 1896
Person:
Meyer, Max
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36428/1/
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Litteraturbericht 
blieben: des Mitschwingens einer auf den bezüglichen Oberton ab¬ 
gestimmten Gabel und der Schwebungen durch eine gleichzeitig tönende 
Gabel von etwas abweichender Höhe. Beide Erscheinungen sollen nach 
der Annahme mancher Forscher auch vom Zusammenwirken der Hülfs- 
gabel mit dem Grundton herrühren können. Ich habe nun bei Aus¬ 
schaltung von Obertönen mit Hülfe von Interferenzröhren und mit Über¬ 
leitung in abgetrennte Bäume gefunden, dafs wenigstens innerhalb der 
Stärkegrenzen, die in akustischen Versuchen innegehalten zu werden 
pflegen, sowohl das Mitschwingen als das Schweben von Gabeln von 
entsprechender Höhe immer nur durch den Ob ertön, niemals direkt 
durch den Grundton hervorgerufen wird. 
Darauf habe ich diese Kriterien auf eine Beihe verschiedener Gabeln 
und anderer relativ einfacher Klangquellen angewandt und deren Zu¬ 
sammensetzung festgestellt. Es fanden sich Gabeln (namentlich elektro¬ 
magnetisch erregte), die bei starker Schwingung alle Teiltöne bis zum 
12., ja 16. enthielten. Auch die kleine KÖNiGSche Wellensirene gab bei 
Anwendung von Sinuskurven immer noch den 2., 3. und 4. Teilton, den 
2. sogar recht stark. 
An diesem Instrumente wurde schliefslich auch festgestellt, dafs die 
Klangfarbenänderung bei blofser Phasenverschiebung, die da 
durch demonstriert werden sollte, auf Veränderungen in der relativen 
Intensität der Obertöne beruht. Der daraus abgeleitete Einwand gegen 
Helmholtz’ Lehre fällt also hinweg. 
Für künftige Untersuchungen folgen die Begeln, 1. dafs in jedem 
einzelnen Falle, wo Obertöne einen Einflufs auf das Ergebnis haben 
können, die benutzte Klangquelle mit den angegebenen Mitteln besonders 
auf ihre Zusammensetzung geprüft werden mufs, und dafs man sich nicht 
mit der theoretischen Deduktion, wonach solche Klangquellen einfache Töne 
oder Klänge mit blofs geradzahligen oder blofs ungeradzahligen Teiltönen 
geben „müssen“, beruhigen darf ; 2. dafs, wo es auf einfache Töne ankommt, 
die Stärke des Klanges so gering genommen werden mufs, als es sich 
nur immer mit dem Zweck der Untersuchung verträgt (und in der That 
kann man z. B. bei Studien über Unterschiedsempfindlichkeit u. dergl. in 
ruhiger Umgebung ohne Nachteil sehr schwache Töne benutzen), oder 
dafs die Obertöne durch Interferenz ausgeschlossen werden müssen. 
Hierbei darf man sich aber auch wieder nicht mit der blofsen Berech¬ 
nung aus den Böhrenlängen begnügen, sondern mufs den wirklichen 
Wegfall des Tones durch den Wegfall aller Schwebungen mit einer 
nahezu gleichgestimmten Gabel in jedem einzelnen Fall kontrollieren. 
Seite 672 des Aufsatzes, Z. 15 von oben bitte ich, „vielleicht“ in 
„vielmehr“ zu verbessern. 
J. D. Eveeett. On Resultant Tones. Philos. Mag. 41. No 250. S. 199—207. 
1896. 
Um die „resultierenden“ (Kombinations-)Töne zu erklären, ver¬ 
sucht E. es mit einer mathematischen Ableitung, deren Voraussetzungen 
und Ergebnisse mit einem Teile der Thatsachen übereinstimmen, zu der 
gröfseren Menge der Thatsachen jedoch im Widerspruch stehen, woran
        

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