Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ein Fall von längerer Anwendung von Fett bei hyperaciditas cum hypersecretione. (Botkin's klin. Zeitung, 1898, No. 10, S. 426)
Person:
Akimoff-Peretz, K.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36414/1/
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ANALYSES. 
die Harnmenge vergrössert. Eine Stunde nach der Bepinselung konnte die Ge¬ 
genwart von Guajacol im Harn nachgewiesen werden. Der Autor ist der An¬ 
sicht, dass die Wirkung des Guajacols eine zweifache ist: indem dasselbe 
einerseits die peripherischen Nervenendigungen reizt und auf die Wurmecentra 
einwirkt, was sich durch die Temperaturerniedrigung ausdrückt, beeinflusst es 
auch die vasomotorischen Contra in dem Sinne, dass es die Aufsaugung des 
Exsudats befördert; andererseits verbindet es sich mit den im Blute circuli- 
renden Producten des Krankheitsprocesses, beseitigt auf diese Weise die die Ent¬ 
zündung unterhaltenden Ursachen und schafft dadurch Bedingungen, welche 
die Aufsaugung des Exsudats befördern. 
Akimoff-Peretz, K Ein Fai! von längerer Anwendung von Fett bei hype- 
raciditas cum hypersecretsone. (Botkin’s klin. Zeitung. 1898, Al 10. 
S. 426). 
In Prof. I. PawlofFs Laboratorium gewonnene Thatsachen, welche gezeigt 
hatten, dass Fett die secretorische Thätigkeit des Magens herabsetzt, veran- 
lassten den Autor, dessen Arbeiten1) dasselbe bestätigt lütten, zu therapeuti¬ 
schen Zwecken bei hyperaciditas Fett anzuwenden, um auf diese Weise 
den krankhaft gereizten Zustand des Magens zu bessern. Durch den Gebrauch 
von Fett in Gestalt von Mandelöl und Butter aus frischer Saline erfühl' 
der Zustand des Kranken subjectiv und objectiv sehr bedeutende Besserung. 
Der Autor giebt Tabellen, in denen die Verminderung der Acidität des Ma¬ 
gensaftes unter dem Einflüsse des Fettes verzeichnet ist. 
Mironoff, Priv.-Doc. Beobachtungen über die Wirkung des Fluidextracts 
aus der Wurzel von Gossypium herbaceum. (Medic. Obozrenie, 
1898. S. 892). 
Die Beobachtungen 
des 
Autors ergaben Folgendes: die Anwendung von 
Gossypium herbaceum bei gravidem Uterus, sowohl in den ersten Monaten als 
auch am Ende der Gravidität und bei dem Beginn der Geburt, ergab ne¬ 
gative Resultate. Folglich besitzt dieses Mittel keine abortiven Eigenscl 
Eine lange Reihe von Beobachtungen des Autors aus seiner gynäkologischen 
Praxis beweisen die blutstillende Wirkung von Gossypium herbaceum in den 
Fällen, wo die Blutungen von Entzündungsprocessen in dem Peritoneum des 
Beckens oder in dem Zellgewebe oder in den Adnexen des Uterus her 
stammen. Bei Myomen brachte längerer Gebrauch des Extracts von Gossy¬ 
pium herbaceum sichtbaren Nutzen, indem es die Blutungen verminderte. So¬ 
mit scheint die blutstillende Wirkung von Gossypium herbaceum von dessen 
Einflüsse auf die Gefässe, nicht aber auf die Contractionen des Uterus ab¬ 
zuhängen, da es keine Zusammenziehungen desselben hervorruft. 
*) Klinische Materialien zur Frage nach dem Einflüsse des Fettes auf die seeretorisclie lliii- 
tigkeit das Magens. Diss. S.-Pet. 1697.
        

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