Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Pharmakologie des Fluidextracts von Gossypium herbaceum (Extracti fluidi Gossipii herbacei). Dessen Wirkung auf das Herz, das Gefässsystem und die Contractilität des Uterus. (Wratsch, 1898, No. 47, S. 1372)
Person:
Biegun, O.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36401/2/
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A N A L Y S E S. 
Experimente an "Warmblütlern zeigten, dass eine einmalige Einführung von 
V.o ~0,1 Cc. unmittelbar in das Blut auf die Herzaction und den Blutdruck 
keinen merklichen Einfluss hat. Nach wiederholter Einführung solcher Dosen 
beobachtet man bei unverändert gebliebenem Rythmus des Herzens Erhöhung 
des Blutdrucks, was, wie aus Versuchen erhellt von der gefässverengernden 
Wirkung des Extracts abhängt. Düsen von über 1 Cc. pro kilo wirken als 
Gift, wobei Fallen des Blutdrucks bei gleichzeitiger Beschleunigung und zu¬ 
nehmender Schwäche der Contractionen des Herzens stattfindet. 
Experimente unter Ausschluss der Einwirkung auf das Herz verschiedener 
Teile des Central—Nervensystems sowie unter Durchleitung verschiedener 
Lösungen des Extracts durch herausgenommene Froschherzen zeigten, dass 
die giftige Wirkung von Gossypium herbaceum sich durch den Einfluss des¬ 
selben auf den neuro-musculären Apparat des Herzens erklärt. Experimente 
an Warmblütlern sowohl als an Kaltblütlern zeigten, dass Gossipium auf die 
peripherischen Vasomotore erregend wirkt. Der Einfluss des Extracts auf die 
Contractilität des Uterus wurde an Kaninchen studirt. Die Versuche zeigten, 
dass Extr. fluid. Gossip, herb, weder die Energie noch die Frequenz der 
selbständigen Contractionen des Uterus verändert. Nach vorausgeganger Ein¬ 
führung von Morphium, welches diese Zusammenziehungen abschwächt, ruft 
Extr. Gossipii keine Verstärkung derselben hervor. Die Einführung des Ex¬ 
tracts graviden V eibchen in das Blut wirkt auf die Zusammenziehungen des 
Uterus eher hemmend als fördernd. 
Auf Grund klinischer Beobachtungen zieht der Autor ferner folgende 
Schlüsse: 1) Dosen des Extracts bis 20 Kaffeelöffelvoll täglich 2—3 Tage 
hintereinander, sowie der Gebrauch von 3—4 Löffelvoll während eines Mo¬ 
nats bewirken Nebenerscheinung; 2) Extr. Gossipii kann nicht als Abortium 
angesehen werden; 3) auf den kreissenden Uterus wirkt es nicht als wehen¬ 
beförderndes Mittel; 4) ungenügende Involution nach der Geburt wird durch 
das Extract nicht befördert. 
Lewaschoff, J. Subcutane Einspritzungen von Periplocin bei Herzkrank¬ 
heiten. (Wratsch, 1898, .V 11. S. 308). 
Die annähernden Dosen des unter die Haut einzuführenden Periplocins 
bestimmte der Autor zuerst an Tieren, darauf an sich selbst und erst dann an 
herzleidenden Kranken. Für den Menschen wurde als höchste 24-stündliche 
Dosis—0,001 Gr. angenommen. Die Wirkung des Periplocins that sich folgen¬ 
der ma ass en kund: schon 1 Stunde nach der Einspritzung stellte sich Verlang¬ 
samung des Pulses und Steigerung des Blutdrucks ein. Bei Arythmie wird der 
Puls viel voller und regelmässiger. Bei der Einwirkung des Periplocins auf 
das Herz wird der Stoss viel deutlicher; die Grenzen der Herzstumpfheit 
verändern sich nur bei längerem Gebrauch des Mittels; die Herztöne und 
organischen Geräusche werden hörbarer. Die Harnmenge vergrössert sich unter 
dem Einflüsse des Periplocins sehr stark, was aber nur bei Herzleiden statt¬ 
findet. Einen wesentlichen Einfluss auf die Zusammensetzung des Blutes hat 
das Periplocin nicht, und ist nur in einigen Fällen Vergrösserung der Anzahl 
der weissen Blutkörperchen beobachtet worden.
        

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