Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Extractum Pini sylvestri bei einigen Hautkrankheiten. (Wratsch, 1898, No. 29, S. 849)
Person:
Märtens, L.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36400/1/
A N A L Y S E S. 
809 
Kotlar, Priv.-Doz. Zur Pharmakologie der Methylgruppe (Aethyltheobro- 
min). (Wratsch, 1898, tV 8, S. 1153). 
An der Hand einer kritischen Uebersicht der einschlägigen Literatur ist 
der Autor zu dem Schlüsse gelangt, dass die Methylgruppe fast ausschliesslich 
eine erregende Wirkung auf das Central-Nervensystem besitzt. Um auf expe¬ 
rimentellem Wege die .Richtigkeit dieses Schlusses zu prüfen, stellte der Au¬ 
tor Versuche an, welche den Zweck hatten die erregende Wirkung des Cof¬ 
feins, d. h. des Jlethyltheöbromins mit dem Aethyltheobromin zu vergleichen. 
Es erwies sich dabei, dass Aethyltheobromin keine erregenden Eigenschaften 
besitzt. Bei den verschiedensten Dosen beobachtete man bei dem Frosche 
nur Depression ohne vorhergehende Aufregung. Gleich dem Morphium para- 
lysirt Aethyltheobromin in absteigender Reihenfolge das Gehirn, das verlän¬ 
gerte Mark und das Rückenmark. Experimente an Kaninchen und Hunden 
zeigten, dass Aethyltheobromin die Eigenschaften eines wirklichen Schlafmittels 
besitzt. Da durch den Ersatz der Methylgruppe durch die Aethylgruppe die 
erregenden Eigenschaften der Substanz verloren gehen, so wird dadurch der 
der Methylgruppe innewohnende Charakter eines Erregers des Central-Ner- 
vensystems bewiesen. 
Martens, L. Extractum Pini sylvestri bei einigen Hautkrankheiten. (Wratsch, 
1898, .V 29, S. 849). 
Die Beobachtungen des Autors zeigen, dass die Anwendung des Extracts 
Pini silvestri bei Hautkrankheiten folgende Resultate ergab: Verminderung des 
Pruritus und der Hyperämie. Extractum Pini sylvestri erwies sich ausserdem 
als antiparasitäres Mittel, wobei die umliegenden gesunden Teile der Haut 
nicht gereizt wurden. 
Biegun, 0. Zur Pharmakologie des Fluidextracts von Gossypium herba- 
ceum (Extracti fluidi Gossipii herbacei). Dessen Wirkung auf das 
Herz, das Gefässsystem und die Contractilität des Uterus. (Wratsch, 
1898, A"- 47, S. 1372). 
Experimente an Kaltblütlern zeigten dem Autor Folgendes: einem Fro¬ 
sche unter die Haut eingeführte Mengen bis 0,3 Cc. üben auf das Herz 
keine Wirkung aus. Bei 0,3—05 Cc. bemerkt man Verstärkung der Herzaction 
ohne Rythmusveränderung; 0,5—1,0 Cc. rufen Beschleunigung der Herzschläge 
hervor, wobei nach 15—20, manchmal erst nach 45 Minuten deutliche Ue- 
berfüllung der Vorkammer beobachtet wird; die Stärke der einzelnen Zusam¬ 
menziehungen bleibt jedoch umverändert. 20—30 Minuten nach der Ein¬ 
spritzung von 1,5 Cc. bemerkt man ausser starker Beschleunigung auch noch 
Unregelmässigkeit, Peristaltismus der Contractionen des Herzens. Doch gene¬ 
sen die Frösche auch noch nach solchen Dosen. Mengen bis 2 Cc. rufen nach 
vorhergehender Beschleunigung ausser Peristaltismus noch nachfolgende Ver¬ 
langsamung der Herzschläge bis zu völligem Stillstand des Herzens in der 
Diastole hervor. Dosen von 2—4 Cc. sind in den meisten Fällen tätlich.
        

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