Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Wirkung des Trikresols. (Medic. Rundschau, 1896, S. 464)
Person:
Bronstein, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36361/1/
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A N A L Y S E S. 
Serapin, K. Zur Frage nach der Behandlung chirurgischer Formen des 
Kropfes mit Schilddrüsenpräparaten. (Dissert. St.-Petersburg. 1896). 
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Der Autor wandte Poehl’s Thyreoidinum siccatum, Baumann’s Thyreoidi- 
num und Schilddrüsen von Kälbern im rohen Zustande an. Aut Grund seiner 
Beobachtungen zieht der Autor folgende Schlüsse: die Behandlung des Krop¬ 
fes mit Schilddrüsen ist als die vorzüglichste Behandlungsmethode der Grund¬ 
form desselben—Struma parencbymatosum—anzusehen. Bei der Behandlung 
sämmtlicher Formen kann in 70 Fällen unter 100 auf ein gutes oder mit- 
teleres Resultat, nur in 7 unter 100 Fällen auf vollständige Heilung gerech¬ 
net werden. Die Behandlung übt keinen Einfluss auf secundäre oder zufällige 
Veränderungen im Kropfe, z. B. colloïdale Degeneration oder Entwicklung 
eines fibrösen Gewebes, aus. Der Einfluss der Behandlung macht sich schon 
nach einigen Gaben geltend. Das Maximum der Verminderung der Ge¬ 
schwulst wird—je nach dem Präparat.—nach 2, 3, 4 Wochen erreicht. Die Ab¬ 
nahme der Geschwulst geht namentlich in die Tiefe. Als bestes Präparat ist 
das Baumann'sche anzuerkennen. Die Wirkung der Schilddrüse ist eine ener¬ 
gischere als diejenige der Jodpräparate. In den Anfangsstadien der Gravesschen 
Krankheit und im Jugendalter ist die Behandlung mit Schilddrüsen noch mög¬ 
lich und bleibt nicht ohne Erfolg. In stärker entwickelten Graden dieses 
Leidens muss von diesem Mittel abgestanden werden, da es auf Herz und 
Nervensystem schädlich wirkt. Eine mehr oder weniger ausgesprochene allge¬ 
meine Wirkung auf den Organismus ist während der ganzen Behandlungszeit 
zu bemerken. Das durch die Behandlung erreichte Besultat muss beständig 
dadurch unterstützt werden, dass von Zeit zu Zeit kleinere Dosen des Mit¬ 
tels verabreicht werden. 
Bronstein, A. Ueber die Wirkung des Trikresols. (Medic. Rundschau, 
1896, S. 464). 
Der Autor ist auf Grund seiner Experimente zu folgenden Resultaten 
gelangt: eine Lösung von Trikresol 1 : 1000 erwies sich nach 2—3 Tage 
langer Einwirkung auf die untersuchten Bactérien (Staphylococcus pyoge¬ 
nes,—aureus,—albus, Streptococcus ervsipelatis, Bacillus typhii abdominalis, 
Streptococcus pyogenes, Bacillus cholerae asiat., Bacillus mallei, Bacill. diphthe- 
riae), mit Ausschluss von Bacill. pyocyaneus, als unbedingt tötlich. Die Wi¬ 
derstandsfähigkeit einiger Mikroben ist noch geringer: Streptococcus erysipela- 
tis und Bacill. mallei gehen schon bei einer Verdünnung von 1:2000, Strepto¬ 
coccus pyogenes und Bacill. diphtheriae bei einer solchen von 1 : 2500 zu 
Grunde. 
Eine l°/()-ige Lösung tötet schon nach 5 Minuten die eitererzeugenden 
Coccen und die Typhysbacillen und nach 3 Minuten-Bacill. cholerae, mallei 
und diphtheriae, nach 10 Minuten Bacill. pyocyaneus. 
Aus dem Obengesagten folgt, dass Trikresol kräftige antiseptische Eigen¬ 
schaften besitzt.
        

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