Bauhaus-Universität Weimar

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EINIGE BEOBACHTUNGEN ÜBER INTERMITTIERENDE NETZ HAUTREIZUNG. 
aus zwei Theilen zu je 90° von der betreffenden Farbe und aus zwei Theilen 
zu je 90° Grau, befindet. Dreht man nun eine solche Scheibe, so werden die 
grauen Theile, wie es früher für die schwarz-weissen Scheiben beschrieben 
war, immer gedehnter und füllen fast vollständig den Hing aus; sie erscheinen 
aber jetzt nicht grau, sondern complementär gefärbt und in einer enorm 
starken Sättigung. Dreht man anfangs die Scheibe sehr schnell, so er¬ 
scheint der Hing homogen und weist eine Farbe auf, die dem Gemisch aus 
der betreffenden Farbe und dem Grau entspricht. Lässt man nun die Scheibe 
auslaufen, so wird zu gleicher Zeit mit der Verlangsamung der Drehung, der 
Hing immer mehr und mehr deutlich complementär; wenn die Scheibe sich 
schon sehr langsam dreht, so erscheint die complementäre Farbe sehr stark, ja, 
man kann sagen, blendend stark gesättigt. In den ersten Augenblicken, nach¬ 
dem die Scheibe ausgelaufen ist, sieht man noch die starke Sättigung der 
complementären Färbung: gleich darauf, besonders wenn man für einen Mo¬ 
ment die Augen von der Scheibe abgewendet hat, schwindet die starke Sät¬ 
tigung, und die grauen Theile erscheinen nur schwach durch simultanen Con¬ 
trast complementär gefärbt. 
Wenn wir einen Hing, der beispielsweise aus grauen und rothen Theilen 
besteht, auf eine Scheibe, deren Farbe dem Gemische des Doth und des Grau 
des Hinges entspricht, aufsetzen, so erhalten wir Hesultate, die von den oben 
beschriebenen in einer bestimmten Hichtung abweichen. Tragen wir auf die 
Scheibe Fig. 11 Grau anstatt Weiss, und Hoth anstatt Schwarz auf, so wer¬ 
den beim Drehen einer solchen Scheibe die grauen Theile des Hinges eben¬ 
falls complementär: sie dolmen sich aber nicht auf Kosten der rothen Theile 
des Dinges aus, Bei langsamer notation erscheinen die grauen Theile des 
Dinges complementär und die rothen mehr gesättigt, als sie auf der stillste¬ 
henden Scheibe waren. 
Zur Theorie der IlnrnUiUlimg. 
Von Dr. K. Bujniewscz, 
Arzt am Alten Katharinen Krankenhause in Moskau. 
Im Jahre 1826 legte Dutrochet mit seinen botanischen Forschungen den 
Grundstein zur Lehre von der Osmose, dieser Lehre für die Zukunft eine 
grosse Bedeutung verheissend. 
50 Jahre später unterwarfen Traube und besonders Pfeffer die Erscheinun¬ 
gen der Osmose einem allseitigen Studium und 10 Jahre darnach, im Jahre 
1886, veröffentlichte van't Hoff seine Theorie des osmotischen Drucks der 
Lösungen.
        

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