Bauhaus-Universität Weimar

Graphische Darstellung der Vokale. 
Von Dr. A. Samojloff, 
Priv.-Docent der Physiologie an der Kaiserlichen Universität zu Moskau. 
Vor einiger Zeit war ich mit Versuchen über die akustische Natur der 
Vokale beschäftigt. Eine ausführliche Beschreibung dieser Versuche wurde im 
Arch. f. die gesammte Physiologie Bd. 78, p. 1 mitgetheilt. An dieser Stelle 
möchte ich nur die methodologische Seite und kurz die Hauptresultate anführen. 
Ich benutzte bei meinen Versuchen eine Membran, gegen die gesprochen 
wurde und deren Schwingungen auf einer beweglichen, lichtempfindlichen Platte 
aufgezeichnet w urden. 
Der Vorschlag, eine Membran mit einem Spiegelchen zu versehen, um 
auf diese Weise durch einen vom Spiegel reflectirten Lichtstrahl die Schwin¬ 
gungen der Vokalklänge in Form einer Kurve zu erhalten, wurde schon 1883 
von zwei französischen Autoren, Pi i g o llot und Chavanon '). gemacht. 
Allerdings haben diese die Vokalkurven nicht photographirt; sie beobachteten 
die Kurven auf dem Projektionsschirme, indem sie den vom Spiegelchen re- 
flektirten Lichtstrahl auf einen Koni g'schen rotirenden Spiegel fallen Hessen. 
Ihre Membran wurde aus Kollodium bereitet, das Spiegelchen drehte sich um 
eine Achse, die aus einem an den Spiegel angeklebten Kokonfaden bestand. 
Es ist klar, dass sowohl die Wahl der Membran, wie die Art der Befestigung 
des Spiegels sehr unzweckmässig sind, denn es wird hierbei nur für die leichte 
Beweglichkeit des ganzen Systems gesorgt, während der nöthige Grad der 
Dämpfung unberücksichtigt bleibt, 
Später wurde dieser Apparat von dem Physiker P. Lebedeff2) in 
Moskau verändert und verbessert. Lebedeff kam auf den Gedanken, die 
Membran aus Kork zu bereiten, und so weit meine Erfahrungen reichen, muss 
ich sagen, dass eine Korkmembran im Vergleich zu anderen für akustische 
Versuche bestimmten Membranen das Beste leistet. H e r m a n n, der eine 
ganze Pteihe verschiedener Membranen aus Eisen, Glimmer, Glas, Karton, Holz 
u. A. auf ihre Leistungsfähigkeit im Sinne der getreuen Uebertragung von 
Schallschwingungen vergleichend untersuchte, hält nur die starren Membranen 
für zweckentsprechend und hat den grössten Tlieil seiner ««-Versuche» mit 
Glimmer- und Glasplatten ausgeführt. Es scheint mir aber, dass die nicht ela¬ 
stischen, leicht biegsamen, aus Seide, Tuch u. dgl. geschnittenen Membranen 
') Journal de physique 1883 (2) t. 2 p. 553. 
!) Journal der russischen physikalisch-chemischen Gesellschaft, 1894, Bd. 26 S. 290 (russisch),
        

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