Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Chronophotographie im physiologischen Institut der K. Universität in Moskau
Person:
Morochowetz, L.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36292/3/
PIE CHRONOPHOTOGRAPHIE IM PHYSIOLOGISCHEN INSTITUT. 
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Strahlen durchlasse. Die andere, höher gelegene, würfelförmige Laterne hat 
Wände aus gelbem Papier. Ausschalter, die man immer bei der Hand hat, 
ermöglichen, sich nach Wunsch ohne Schwierigkeit der einen oder der an¬ 
deren Laterne zu bedienen. An derselben Wand sind auch Hähne zur Beleuch¬ 
tung oder zum Erwärmen mittels Glühgas angebracht. 
2. Das helle Zimmer (Fig. 1, II) ist ebenfalls mit Konsolen, einem Tische 
und ausserdem mit einem Schranke zum Aufbewahren der lichtempfindlichen 
Platten und des Papiers versehen. Gas, Elektrizität und Wasser sind auch 
hier vorhanden. 
3. Die Monsterhammer oder eigentliche photographische Kammer (Fig. 
1. Ill) steht mit den übrigen Abteilungen durch gut schliessende Türen in 
Verbindung, sodass man aus einem Raume in den andern dringen kann, ohne 
fürchten zu müssen, dass lichtempfindliche Platten oder Papier zu Scha¬ 
den kommen, wenn man sie unbedeckt aus einer Abteilung in die andre trägt. 
Die freie Ecke der Monsterkammer ist abgestumpft und besitzt eine 50 
Ctm. lange und 40 Ctm. breite Oeffnung, die sich 1 Meter hoch über dem 
Boden befindet. Diese Oeffnung kann durch ein in senkrecht angebrachten 
Falzen leicht verschiebbares Brett geschlossen werden. In der Mitte des Bret¬ 
tes befindet sich eine runde, 20 Ctm. breite Oeffnung, in welche ein Ring 
mit Stellschrauben und ein Tubus zur Aufnahme, von der Aussenseite der 
Kammer, photographischer Objektive, eines Mikroskops u. dergl. eingefügt 
sind, welch letztere das Bild von in dem optischen Zimmer befindlichen Ge¬ 
genständen auf die lichtempfindliche Platte oder Papier P in der Monsterkam¬ 
mer projiziren (Fig. 1). 
Um grosse Bilder zu erhalten, ersetzt man obiges Brett durch einen 
Balg L, wohin jetzt das Objektiv u. s. w. kommt. Mit dem einen Ende ist 
der Balg in der Wand der Monsterkammer befestigt, mittels des andern steht 
er mit einem Rahmen, der in den Falzen des im optischen Zimmer befindlichen 
Tisches verschiebbar ist, in Verbindung. Die Lichtquelle S, ein Volta'scher 
Bogen oder irgend eine andere, wird entweder auf demselben Tische oder 
auf einem besonderen Stativ angebracht. Das Bild des Gegenstandes wird 
entweder auf eine Negativplatte oder auf Negativpapier projizirt, welches an 
einen Rahmen mit vielen Einlagen von gewöhnlicher Grösse, zwischen 9 >< 1- 
und 40 X 50 Ctm., befestigt wird... Der Rahmen ist nach dem Typus von 
Kasseten mit Einlagen, doch ohne Schieber gefertigt; eine solche Einrichtung 
schliesst alle anderen Kasseten aus. Die au den Rahmen befestigte matte 
Platte wird in dem Brennpunkte eingestellt, wobei das Bild sowohl von der 
Vorder- als auch von der Rückseite betrachtet werden kann. Ohne die Kam¬ 
mer zu verlassen, ersetzt man nun die matte Platte durch eine empfindliche. 
Es versteht sich, dass bei dem Wechseln der Platten die Kammer nur von 
der rothen Laterne Licht erhält, nachdem das Objektiv von der Kammer aus 
mittels eines Deckels verdeckt worden ist. Nach der Exposition wird die Ne- 
gativplatte zu weiterer Bearbeitung in das Dunkelzimmer I gebracht. 
Ausser dem eben beschriebenen Rahmen mit vielen Einlagen ist in der 
Camera obscura noch ein bewegliches Brett von 80 X 80 Ctm. Grösse vor¬ 
handen, welches zum Vergrössern der Bilder dient.
        

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