Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber das Thymin (Zeitschr. für physiol. Chem., Bd. 27, S. 292-296)
Person:
Gulewitsch, Wl.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36261/1/
BIBLIOGRAPHIE 
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C^HiiAg,X!,0.î gefällt, der mir eine ganz geringe Menge von der Verbindung 
mit einem höheren Gehalt an Silber beigemischt ist. Das trockne Argininsil¬ 
ber ist ein weisses, lichtempfindliches Pulver. Das Argininsilber löst sich leicht 
in Säuren und in Ammoniak und ist in einer Argininlösung ziemlich löslich, 
in Wasser dagegen äusserst schwer löslich: in 1 Liter destillierten Wassers 
lösen sich 0,035 Gnu. Arginin in Form von Argininsilber, in 1 Liter einer 
Mischung von Barythydrat und Bariumnitrat 4) lösen sich 0,05 5 Grm. Argi¬ 
nin ebenfalls als Argininsilber. 
Dibenzoylarginin CrH{, . GO)i K 0,. Benzovliert man ein Arginin- 
salz mittelst Benzoylehlorid und Natronlauge, so bleibt das Dibenzoylarginin 
in der Lösung und scheidet sich erst nach dem Ansäuern mit Salzsäure aus. 
Die beigemischte Benzoesäure wird mit Aether extrahirt und der Niederschlag 
des Dibenzoylarginins 1—2 mal aus kochendem Wasser umkrystailisiert. Ver¬ 
dampft man das Filtrat von dem durch Salzsäure erzeugten Niederschlag des 
Dibenzoylarginins und benzoyliert die Flüssigkeit nochmals, so bekommt man 
eine neue Portion des Dibenzoylarginins. Die Verbindung krystallisiert aus heis¬ 
sen Lösungen in langen Nadeln und in rhombischen, sehr regelmässig ausge¬ 
bildeten Tafeln; die Nadeln sind gewöhnlich etwas gebogen und verästelt resp. 
sternförmig gruppirt; ihre Enden sind meistens zersplittert. Die Axe der grös¬ 
seren Elastlcitât fällt mit der langen Kante zusammen. Auf der breiten Flä¬ 
che der Nadeln ist der Austritt der ersten Mittellinie gut sichtbar. Die Kry- 
stalle sind optisch positiv und gehören dem rhombischen System an. Der Li¬ 
nearwinkel der tafelförmigen Krystalle ist 03,5°- 64,5u; die Auslöschung der 
Polarisationsebene ist diagonal und fällt mit der Axe der grösseren Elasticität 
und mit der Ebene der optischen Axen zusammen; die Tafeln zeigen den 
Austritt der ersten Mittellinie. Somit sind die beidem Krystallarten unter 
einander identisch. 
1 Theil Dibenzoylarginin löst sich nur in etwa 750 Theilen kochenden 
Wassers auf. Die Verbindung schmilzt unter schwacher Zersetzung bei 217"— 
218°. 
Das Dibenzoylarginin zeigt in seinen Eigenschaften so viel Aehnlichkeit 
mit der Ornithursäure, dass es kaum zu bezweifeln ist, dass im Arginin bei 
der Benzoylirung dieselben zwei Amidogruppen in die Enaction hereingezogen 
werden, in denen auch bei der Benzoylirung des Ornithins die Wasserstoffato¬ 
me vertreten werden. 
Gidewitsch, WL Ueber das Thymin. (Zeitschr. für physiol. Chem., Bd. 
27, S. 292—296). 
Das Thymin G. Ht N, O, wurde von A. Kossel und A. Neumann-) im 
Jahre 1893 als Spaltungsproduct der Thymusnucleinsäure entdeckt; die Ver¬ 
fasser haben das Thymin später auch aus Hefe- und Milznucleinsäure erhalten 3). 
Von Mieschen O wurde dieser Körper aus Lachs- und von Kossel 5) aus 
*) üei der Isolirung des Arginins nach Kossel’s Verfahren wird das Argininsilber durch Bary- 
thydrat gelallt, wobei auch Bariumnitrat entsteht. 
s) A. Kossel und A. Neumann. Ber. d. deutsch, chem. Ges., Bd. 2G, S. 2754. 
*) A. Kossel und A. Neumann. Ibid., Bd. 27, S. 272. 
9 F. Miesche/' (bearb. von 0. Schmiedeberg). Arch. f. exper. Bath. u. Pharm.. Bd. 37, S. 124. 
*) A. Kossel. Ztsclir. f. phys. Cb., Bd. 22, S. ISO.
        

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