Bauhaus-Universität Weimar

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AZIMUTHALER INDUCTIONS APPARAT. 
sammen einen Widerstand von 1000 Ohm ausmaclien. Der Gesammtwiderstand’ 
ist in 5 concentrische Lagen zu je 200 Ohm eingetheilt, die man vermittelst 
eines Schlüssels je nach Bedarf einzeln oder alle zusammen einführen kann. 
Die primäre Spirale ist um eine verticale Axe vermittelst einer unendli¬ 
chen Schraube drehbar, wobei man die Winkel an einem Bogen mit Gradein- 
theilungen ablesen kann; der Bogen ist an der primären Spirale und der zu¬ 
gehörige Zeiger an der secundären Spirale befestigt. Die Axen der Spiralen 
fallen zusammen, wenn der Zeiger auf Null steht. Um den Apparat in Gang 
zu setzen, wird in die Bahn f der primären Spirale ein Neefscher Hammer 
eingeführt und der Inductionsstrom durch e abgeleitet. Zur näheren Prüfung 
der Beziehung zwischen dem Winkel, unter welchem sich die Spiralen kreuzen, 
und der Stromstärke, benutzten wir das Dynamometer von Giltay, das auf 
dem Principe von Bellati ruht, nämlich auf der Wirkung der Inductions- 
ströme auf Nadeln aus Büscheln feiner Eisendrähte *). Der Apparat ist mit 
einer Scala mit Milli-Ampère-Theilungen versehen; wir fügten noch hinzu einen 
Bogen mit Gradtheilungen, wobei die Nullstellen der beiden Scalen zusam¬ 
menfielen. 
Wiederholte Beobachtungen ergaben dieselbe Beziehung zwischen, den 
Winkeln der Spiralaxen und den Stromstärken, wie die von Bow ditch ge¬ 
fundene. 
In der nachstehenden Tabelle sind die Ergebnisse von zehn Beobachtungs¬ 
reihen angeführt: in der ersten Columne befinden sich die Winkelgrössen der 
Axenspiralen, in der zweiten die ihnen entsprechenden Cosinuse, in der drit¬ 
ten die Zahl der Milli-Ampère nach den Angaben des Giltay’schen Dynamo¬ 
meters, in der vierten die Zahl der Milli-Ampère, berechnet nach einer der 
Angaben der dritten Columne, und zwar 0,60, die fett gedruckt ist. In den 
übrigen Columnen sind dieselben Daten für die anderen Beobachtungen ange¬ 
führt, wobei I—IV der ersten, der primären Spirale am nächsten liegenden 
Lage entsprechen, VII der zweiten, VIII der dritten, IN der vierten und X 
der fünften Lage. 
Aus der Betrachtung der Tabelle folgt a) wenn das Dynamometer eine 
bestimmte Stromstärke für irgend eine Lage der Spiralen anzeigt, so können 
sämmtliche übrige Werthe nach der einfachen Proportion x : a — cos x : cos a, 
z. B. 2?:= 0,60 X 0,77/ 0,64 = 0,72 berechnet werden; 
b) wenn man beim Azimuth 0° durch Einführen in die primäre Spirale 
einer entsprechenden Potentialhöhe und eines Widerstandes die Angabe des 
Dynamometers gleich 1 macht, so wird die Stromstärke für sämmtliche übrige 
Lagen der Spiralen in absoluten Grössen der entsprechenden Cosinuse ausge¬ 
drückt; 
c) das Gesetz ist gültig, sowohl für die nächsten, sowie für die entfernte¬ 
ren Lagen der secundären Spirale. 
Endlich bleiben die Angaben des Dynamometers bei stufen weiser Ein¬ 
führung der Lagen im Allgemeinen gleich den Angaben der einzelnen Lagen. 
l) Giltay, Wiedemann’s Ann. 1885 Bd. 25 S. 325; Bd. 50, 1893.
        

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