Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
E. B. Delabarre, R. R. Logan and A. Z. Reed: The Force and Rapidity of Reaction Movements. Psychol. Rev. IV (6), S. 615-631. 1897
Person:
Mentz, P.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36246/1/
Literaturbericht 
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allmählicher Zuführung des Stroma durch Aenderung eines Flüsaigkeits- 
widerstandea verkürzt beide Arten von Reactions Zeiten. In welcher Weise 
dies wirkt, ob als mittelbar© Anregung nach Art der obigen oder auch nur 
als Begünstigung der Reizaufnahme durch Richtung der Aufmerksamkeit 
auf den Kopf oder schliefslich durch günstig© locale Anregung, rnufs dahin 
gestellt bleiben. Ein© gewissei Anregung lief« sich nach dem Versuch als 
zum mindesten nach wirkend feststellen. 
Verlängerung der Reactionszeit durch zu lange Beanspruchung ist 
noch keineswegs mit beginnender gröfserer mittlerer Variation verbunden, 
ein© den Experimentatoren wohl kaum entgangene» aber auch für die 
Theorie nicht unwichtige Thatsache, zumal sich dieselbe Erscheinung bei 
möglichst schneller Wiederholung gleicher Bewegungen überhaupt gezeigt 
hat (Versuche von Bliss und Moors mit fortlaufender zeitlicher Regiatrirung). 
Dies© „Up time“-Versuche sind indessen, wie unter Umständen auch ©rgo- 
graphisclie Versuche, in letzter Hinsicht zunächst als Reactionaversuch© in 
starker Häufung anzusehen, bei denen der Reiz dem Beobachter sozusagen 
von selbst gegeben wird» ferner aber eine Verbindung mit Automatismus 
ein tritt Man kann also zunächst annehmen, dafs der Anspruch an Zeit 
eher ein gröfserer wird, als dafs die automatische Regelmäßigkeit der Be¬ 
wegung Einbuße erleidet Aber schon aus der rohen Beobachtung heraus 
ist zu sagen, dafs in Folg© der Abspannung durch Wiederholung auch das 
Verstftndnifs des Reizes hinsichtlich seiner Bedeutung Einbuße erleidet 
und demnach auch die Zeit für das Erfassen bezw. auch nur Wahrnehmen 
desselben verlängert wird. Dieses gilt nun insbesondere auch für die 
Reactionszeiten. In dieser Weise ist es auch zu verstehen, dafs zu lange 
Beanspruchung durch Reactionen einen weit erheblicheren Einfluß auf die 
Reactionszeit ausübt, als allgemeine Beanspruchung durch durchgemachte 
Tagesthätigkeit» wofür hier so bekannt ähnliche Thatsachen sind, be¬ 
stimmtere Zahlen gegeben werden. 
Di© mitgetheilten Thierversuche schliefslich sind schon wegen ihrer 
Vieldeutigkeit weniger von Bedeutung. Man bleibt bei ihnen schon über 
di© psychisch© Intensität der Reize bei der angewandten elektrischen 
Reizung, ferner über die physische Intensität der unmittelbaren elektrischen 
Hirareizung u. dergl immer im Unklaren» ferner lassen sich dabei nur 
schwierig sozusagen „mehr14 sensoriell© Reactionen erhalten» muß demnach 
auch bei sorgfältigster Durchführung sich hier in etwaigen Hoffnungen 
«ehr einschränken. P. Mbwtz (Leipzig). 
E. B. Djclababrb, R. R. Louas and A. Z. Ried. The for©# ill lipliltf if 
Reaction Movements. Psyckol. Bfw, IV (6), S. 816—631. 1897. 
Die bei Reactionen von der Hand nach aufwärts zu geleistet© Arbeit 
werde bei genügender Belastung und möglichst schnellem und kurzem. 
Reagiren einerseits durch die Wegläng© der Erhebung einer auf Arbeits¬ 
leistungen von, Gewichten tarirten Quecksilbersäule gemessen, anderenteils 
durch Messung der Zeitdauer der Bewegung mittels graphischer Registrirnng 
derselben. Arbeitsleistung ohne Berücksichtigung der Zeitdauer und Zeit¬ 
dauer der Bewegung ohne Berücksichtigung des Weges weisen erheblicher© 
mittlere Variationen auf, diejenige des Quotienten (Weg durch Zeit) ist da- 
Zoitschrift für Psychologie XVIII. 80
        

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