Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
June E. Downey: A Musical Experiment. Americ. Journ. of Psychol. IX (1), S. 63-69. 1897
Person:
Mentz, P.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36242/1/
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ständen eintritt. Erster© zeigen nichts von panora mischen Visionen. 
Ferner erheli.1t,, dmJb für das Auftreten jenes rapiden Gedankenverlaufs die 
Integrität des Bewnfstoeins and die Idee des Todes nöthig1 ist, Auch ver- 
rathen die Auseprfiche zweier der von F. beobachteten Sterbenden, date 
bisweilen moralisch© Ideen das Ich kurz vor dem Tod© beschäftigen. 
M. GttssiJtt (Erfurt). 
J one E. Downey. I. Musical Experiment. Americ. Journ. of Psychol. IX (I), 
S., 63—69. 1897, 
Gegenüber Ton stück en (leider bereits sehr eomplicirter Art) wurde, 
wie seiner Zeit von Gilman, ohne bruchstückweise Zerlegung oder (besser 
noch) Zerlegung in die wirksamen primitiven Factoren, der von gleich¬ 
zeitigen Hörern erhaltene Gefühls- und Vorstellungsverlauf niederge- 
schrieben. Die Protokolle zeigen, wieder eine Uebereinstimmung im gröberen 
Gefühlsverlauf, erheblichere Verschiedenheiten dagegen in, den, feineren 
Einzelheiten und dem von subjectiver Heraushebung der Factoren und 
dem Vorleben in so hohem Maafse abhängigen Vorstellungsverlaufe und 
den wichtigeren, besonders hervortretenden Beproductionen. 
Bereits für den geschulten Musikpsychologen oder gründlicheren 
Musikkenner bieten allereinfachste Melodieen, die etwa ohne Text gedacht 
seien, hinsichtlich, der eingehenderen Darstellung ihrer psychologischen 
Mittel, ihres Inhaltes und ähnlicher Fragen bekanntlich Schwierigkeiten, 
der Art, dafs dann in jedem Falle ein nicht unbeträchtlicher Rest zurück 
Weiht, hinsichtlich dessen je nach der unwillkürlichen oder bei einiger 
Geübtheit in der Zerlegung sogar willkürlichen Hervorhebung des einen 
oder anderen Darstellungsmittels selbst bei eingehendster Discussion eine 
verschiedene Deutbarkeit vorhanden ist. Aehnliches gilt für den aus¬ 
übenden Interpreten, dessen einzelne Interpretationen z. B. schon zu ver¬ 
schiedenen Zeiten, und zu Folge verschiedener Stimmungen erhebliche 
Abweichungen aufweisen. Nun, erfassen aber Dilettanten mit ihrer ver- 
hältnifsmäfsig geringen Uebung bekanntlich gar nur immer einen Bruch - 
theil des gegebenen Ganzen: auch wenn es sich „lediglich1’' um den Inhalt 
handelt, der in Wirklichkeit aber kaum von den, Darstellungsmitteln und 
Ihrer Discussion zu trennen ist. Aefserdem tritt für sie die Schwierigkeit 
der Selbstbeobachtung und sprachlichen Darstellung der Gefühls- und Vor¬ 
stellungsinhalte hinzu. 
Wenn in dieser Welse das Verständnifs in hohem Maafse von der 
Güte der Vorbildung für di© Einzelheiten der betreffenden Kunst abhängig 
ist, so konnte es auch hier nur von geringem Erfolge begleitet sein, die 
Aufmerksamkeit der Hörer durch bestimmte Fragen auf begrenzte Punkte 
des Erfassens und der inhaltlichen Deutung zu lenken. 
Selbst geschulte Kenner müssen in solchen Fällen unter sonst gleichen 
Umständen weit mehr Zeit auf wenden, um einigerm&afsen sichere Ergeb¬ 
nisse zu erzielen. Di© stark divergente Wirkung von Kunstganzen auf ©in, 
Publikum überhaupt ist ohnehin bekannt. Die beispielsweise Aufdeckung 
der genaueren Zusammenhänge setzt aber wiederum die eingehendste 
Analyse aller Mittel und Wirkungen voraus, so dafs im Ganzen der Zweck 
von Versuchen mit bereite derartig eomplicirten Vorlagen ohne jede Zer-
        

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