Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Chas. H. Judd: Binocular Factors in Monocular Vision. Science Vol. VII, Nr. 165, S. 269-271. 1898
Person:
Schaefer
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36222/1/
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Literatnrimich t 
kann, rhythmisch auf einander, so bildet sich auch 'bei den Muskel- 
Zuckungen ©in bestimmter Rhythmus aus» derart, daft immer einer von 2» 
3 oder 4 Reizen mit einer Contraction beantwortet wird, während dit 
übrigen wirkungslos bleiben. Wie ist die periodisch© Unerregbarkeit des 
Nervensystems m erklären? Jedenfalls nicht durch ©Ine chemisch bedingte 
Ermüdung; denn dann blieb© die Summation der Wirkungen unmittelbar 
auf einander folgender Reize unverständlich. Verf. zieht es vor tan* 
nehmen» daft die nervöse Erregung ©Ine Wellenbewegung von bestimmter 
Form, der Pendelschwingung ähnlich, ist. Fällt der zweite Reiz indes 
auf steigenden Ast der Curve, so ist sein Effect stärker als der des ersten, 
es findet Summation statt. Fällt er in die negative OsciUationsperiode» so 
bleibt er äufterlich wirkungslos, indem er nur die Rückkehr der Vibration 
zur Gleichgewichtslage beschleunigt. Die Dauer der Refraetionsperiode 
oder was dasselbe ist, die Schwingungsdauer der nervösen Undulation be* 
trägt nach den oben gemachten Angaben ungefähr */,# Sec. Es ist nun 
von hohem Interesse» daf® Vio Sec. zugleich das zum. Ablauf eines ein¬ 
fachen psychischen Vorganges nöthige Minimum, von Zeit ist. Wir können 
in 1 Sec. nicht mehr als etwa 10 Sinneseindrücke getrennt wahmehmen, 
nicht mehr als 10 Silben aussprechen und, nur etwa 10 einfache Vor¬ 
stellungen produciren. I>ie Zehntelsecunde ist also di© „psychologische 
Zeiteinheit“; sie fällt genau zusammen mit der Dauer der cerebralen Vibration, 
und man darf wohl den Schlaft machen, daft ein© jede solche einen ein¬ 
fachen psychischen Vorgang repr&sentirt. Schaefer. 
Chas. H. Judd. BiiOCtUr filters il liBOCtlir TUBA. Science Vol. VII, Hr. 166, 
S, 269—271. 1898. 
Wenn man einen Gegenstand, monocular ftxiren will» so pflegt man 
das zweite Auge zu schlieften oder zu verdecken. Es fragt sich aber noch» 
ob hierdurch wirklich jeder Einfiuft des letzteren ausgeschaltet wird 
Wunot verwirft allerdings das Bestehen einer binocularen Convergea* in 
diesem Falle» während Hiubrbrajibt und Abbe* für das Gegentheil ©intretea. 
Helmholtz und Li Conti haben beobachtet» daft im. Zustand© der Schläfrig¬ 
keit eine Relaxation der Augenmuskeln und Divergenz-Doppelbilder auf 
treten. Verf. weist nun darauf hin, daft solche Divergenz-Doppelbilder, 
beziehungsweise ein© Verschiebung des monocular flxirten Objectes In dem 
Momente» wo das geschlossene Auge geöffnet wird, zur Wahrnehmung 
kommen. Danach dürfte beim einäugigen Sehen das geschlossene Auge 
sich in einem Relaxations- und Divergenzzustand© befinden. Unter ge¬ 
wissen Umständen besteht statt der Divergenz Convergenz. 
Schaefer. 
1. George M. Stratton. Some Preliminary Experimente on listel witeoit 
llterstem if the letin&l Image. Psychol. Review III, 6, S. 611—617. (Nov. 
1896.) 
2. James H. Hyslop. Upright fiston. Ebenda IV, 2, S. 142-163. (Mars 1897.) 
3. George m. Stsjlttok. Upright Tision and the Retint! Image. Ebenda IV, 
2, S. 182—187. (März 1897.)
        

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