Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Lehre von der Entstehung der koordinierten Augenbewegungen
Person:
Simon, Richard
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36198/27/
128 
Bichard Simon. 
modation, wohl aber zwischen der Innervation der Adduk¬ 
torengruppe und der Innervation der Akkommodationsmuskeln 
des Doppelauges.44 
Die obige Betrachtung zeigt, wie wenig Allgemeingültigkeit 
dieser Behauptung zukommt, und sie legt ferner sehr nahe, 
dafs, wenn diese Lehre für ein normales Muskelsystem zutreffend 
ist, dies lediglich eine Folge der Übung ist, aber nicht in einer 
angeborenen Einrichtung seinen zwingenden Grund haben kann. 
Nun kann aber eine festere Verbindung zwischen Akkommo¬ 
dation und Rechtswendern nicht gut bestehen, da mit jedem Grade 
der Rechtswendung jeder Grad von Akkommodation sich ver¬ 
knüpfen kann. Andererseits läfst sich zèigen, dafs ebensowenig 
eine festere Verbindung zwischen Akkommodation und Ad¬ 
duktorengruppe vorhanden ist. Dagegen spricht ja schon, dafs 
bei Fixation eines nahen, nach rechts gelegenen Gegenstandes 
das rechte Auge nicht nach innen abweicht; dann mit absoluter 
Sicherheit das Abweichen des verdeckten linken Auges bei 
stärkerer Akkommodation. Denn würde dessen Innenstellung 
durch eine Innervation der Adduktorengruppe bewirkt, so 
müfste ja auch das rechte Auge aus seiner fixierenden Stellung 
nach innen abweichen, da eine Korrektion durch den Externus, 
wie bei normalem Muskelsystem, nicht möglich ist. Wollen 
wir durchaus eine gleichmäfsige Innervation beider Augen auf¬ 
recht erhalten, so müfsten wir für. diese Konvergenzstellung 
des linken Auges eine Einwirkung der Akkommodation auf die 
Rechtswender in Anspruch nehmen. Die häufige, aber stets 
viel schwächere Innenstellung des verdeckten rechten Auges, 
wenn das fixierende linke zu starker Akkommodation gezwungen 
wird, läfst sich natürlich unmöglich durch eine Einwirkung 
auf die Linkswender erklären. Denn abgesehen davon, dafs es 
höchst merkwürdig wäre, wenn die — auf beiden Augen unter 
allen Umständen gleichmäfsige — Akkommodation das eine 
Mal die Rechtswender, das andere Mal die Linkswendêr be¬ 
einflussen würde, ist diese Annahme schon darum unmöglich, 
weil durch die Innervation der Linkswender auch das linke 
Auge aus seiner fixierenden Stellung nach aufs en abgelenkt 
würde. Will man nicht eine gleichzeitig stattfindende Inner¬ 
vation. der Rechtswender annehmen, welche das linke Auge in 
seiner Stellung erhalten, das rechte jedoch nicht wieder zurück¬ 
führen würde, so müfste eine gleichzeitige Thätigkeit der Ad-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.