Bauhaus-Universität Weimar

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J. v. Kries. 
ausfüllt, so ist auch das primäre Bild bereits so weit nach 
hinten erstreckt, dafs es den Beginn des sekundären erreicht. 
Hierbei ist noch eines zu beachten. Bei zunehmender Dunkel¬ 
adaptation des Auges wächst (wovon gleich noch zu reden sein 
wird) ohnehin die Erstreckung des primären Bildes. Es kann 
daher kommen, wie ich es oft gesehen habe, dafs man zu- 
| nächst das sekundäre Bild deutlich getrennt von dem primären 
sieht, nach einiger Zeit die Bilder verschmolzen scheinen, 
| dann aber eine Verminderung der Lichtstärke genügt, um das 
I sekundäre wieder in deutlichem Abstand auftreten zu sehen. 
Die Frage, weshalb einige Beobachter ein dunkles Inter¬ 
vall zwischen dem primären und sekundären Bilde beschreiben, 
andere nicht, läfst sich hiernach mit genügender Sicherheit 
beantworten. Wer mit gut dunkeladaptiertem Auge und inten¬ 
siven Lichtern arbeitet, wird das Intervall vermissen; wer mit 
geringerer Dunkeladaptation und schwächeren Lichtern operiert, 
wird es finden. 
Was das Zeitintervall des primären und sekundären Bildes 
anlangt, so ist eine genaue Bestimmung desselben schwierig. 
Die Schätzung des Bogenabstandes der beiden Bilder ist sehr 
unsicher und gewinnt auch nicht viel, wenn man, wie ich zu¬ 
nächst that, ein kleines Lichtzeichen auf einem Kreisbogen ver¬ 
schieblich anordnet und in solchen Abstand vom Fixations¬ 
punkte zu bringen sucht, dafs er dem Abstande der beiden 
Bilder gleichkommt, resp. so, dafs das sekundäre Bild jenes 
Signal in dem gleichen Augenblick erreicht, wo das primäre 
Bild am Fixierpunkte vorbeigleitet. Bessere Besultate erzielt 
man schon durch die bekannte Begistriermethode, wie sie z. B. 
zur Darstellung der Zeitdifferenz der Herztöne viel benutzt 
worden ist. Man schlägt mit einem Metallstift auf eine Messing¬ 
platte so auf, dafs die beiden Geräusche möglichst genau mit 
den Zeitpunkten zu koinzidieren scheinen, in welchen das pri¬ 
märe und das sekundäre Bild am Fixierpunkte vorbeigleiten. 
Weitaus am genauesten ist aber ein anderes Verfahren. An 
dem rotierenden Spiegel selbst kann man eine Vorrichtung 
treffen, vermöge deren bei jedem Umlauf zwei kurze Anschläge 
hörbar werden. Ein an dem Spiegel angebrachter und mit 
ihm umlaufender Vorsprung streift über zwei federnde Plättchen 
hin; dieselben werden dabei ein wenig niedergedrückt, und es 
kann auf diese Weise zugleich ein elektrischer Kontakt kurz
        

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