Bauhaus-Universität Weimar

(Aus dem physiologischen Institut Freiburg i. B.) 
Über die Wirkung kurzdauernder Lichtreize 
auf das Sehorgan. 
Von 
J. y. Kries. 
(Hierzu Tafel I.) 
Die Wirkung kurzdauernder Lichtreize auf unser Sehorgan 
ist in letzter Zeit wiederholt zum Gegenstände eingehender 
Untersuchungen gemacht worden.1 Dafs hierbei eine Anzahl 
sehr eigenartiger und nicht ganz einfach deutbarer Erschei¬ 
nungen auftreten, konnte schon durch die Beobachtungen 
Purkinjes als festgestellt gelten. Die Untersuchungen der 
neueren Autoren gehen nicht blofs bezüglich der Deutung, 
sondern auch bezüglich der Erscheinungen selbst einigermafsen 
auseinander. Allgemeine Übereinstimmung besteht nur darin, 
dafs auf die erste Empfindung, welche qualitativ mit derjenigen 
übereinstimmt, die das betreffende Licht bei längerer Einwirkung 
erzeugt, sehr bald (d h. etwa um Vs Sekunden später) eine 
zweite, mehr oder weniger lang andauernde, folgt. Dies ist 
die Grundthatsache, welche, in mancherlei Variierungen beob¬ 
achtet, auch schon eine Anzahl verschiedener Namen erhalten 
hat; in Deutschland seit lange unter dem Namen des Purkinje- 
schen Nachbildes bekannt, hat sie von englischen Autoren, 
die sie in den 70er Jahren neu fanden, die Benennung der 
recurrent vision erhalten. "Widersprüche bestehen dabei 
hauptsächlich in Bezug auf zwei Punkte. Die englischen Beob- 
1 Yergl. die in meiner früheren Arbeit (diese Zeitschrift IX. S. 113, 
Anmerkung) gegebene Zusammenstellung der Litteratur. 
Zeitschrift für Psychologie XII. 
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