Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über den Einfluß von Lichtstärke und Adaptation auf das Sehen des Dichromaten (Grünblinden)
Person:
Kries, J. v. W. Nagel
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36192/22/
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J. v. Kries und W. Nagel. 
in dem Sinne der ÜERiNGschen Erklärung aufgefafst werden. 
Obwohl man dabei freilich der Pigmentabsorption Werte zu¬ 
schreiben müfste, die sie sicher nicht besitzt, wollen wir 
diese Zahlen hier un erörtert lassen. Wenden wir uns da¬ 
gegen noch einen Augenblick den Lichtern des weniger brech¬ 
baren Spektralteiles zu. Schon von der Wellenlänge 550 pp 
an ist der Blauanteil merklich = Null. Für helladaptiertes 
Auge und kleines Feld läfst sich also eine völlig zutreffende 
Gleichung z. B. zwischen Licht 550 pp und solchem von 645 
oder auch 670 pp hersteilen. Nun betrachte man die Dämmerungs¬ 
werte dieser gleich erscheinenden Lichter ; man findet dann, dafs 
diejenige des Lichtes 550 etwa 100 fach gröfser als die des keil- 
äquivalenten Quantums eines Lichtes von 642 pp ist. Hier nun ist 
zwar zuzugeben, dafs die Beseitigung der Maculaabsorption dem 
Lichte 550 pp zu gute kommen könnte ; denn diese fängt nach 
Hering ja in der That im Grüngelb bereits an merklich zu 
werden. Allein die Annahme so kolossaler Absorptionen bei 
jener Wellenlänge wird kaum noch einen Vertreter finden; zu 
welchen Vorstellungen würden wir auch über die Absorption 
des Blaus geführt werden, wenn man die, qualitativ doch fest¬ 
gestellte Natur der Pigmentierung berücksichtigen und für das 
grünliche Gelb solche Absorptionen annehmen wollte. 
Instruktiv ist es ferner, die Lage der Maxima einerseits 
in der Kurve der Stäbchenvalenzen, andererseits in der der 
Botwerte zu betrachten. Es ist kein Zweifel, dafs dieselben 
deutlich auseinanderfallen; das eine Maximum finden wir etwa 
bei [5] oder 603 pp, das andere bei [10] bis [12] oder 552 bis 
536 pp. Wenn nun die Stäbchenvalenz ihren höchsten Wert 
an dieser letzteren Stelle hat, wie sollen wir uns (unter Herings 
Annahme) erklären, dafs in den Hellgleichungen das Maximum 
bei ma. 600 gefunden wird? Ohne Spur einer Sättigungsdifferenz 
stellt der Grünblinde die Hellgleichungen zwischen den Lichtern 600 
bis 580 pp her; dabei zeigt sich aufs deutlichste, dafs die Hellig¬ 
keit schon von 603 pp an nicht mehr zunimmt und bei 590 pp 
sogar schon wieder deutlich vermindert, der Gipfel der Kurve 
überschritten ist. Wie soll man dies aus Absorptionsverhältnissen 
erklären, da doch diese zum mindesten bis zum reinen Gelb 
sicher keine Bolle spielen? Selbst wenn man also von allen er¬ 
haltenen Zahlenwerten überhaupt absehen wollte, so würde 
hier doch schon die unbez weif eibare Differenz in dem all-
        

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