Bauhaus-Universität Weimar

Die AeknlicKkeiiemmciatiM. 
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schiedenheit thun („abgesehen von anderen Reproductions«' 
tootiven“). Hiernach wäre es also völlig gleichgültig, ob die 
Verschiedenheit iramerklich klein oder sehr grofs wäre, die Er¬ 
innerung träte in gleicher Weise ein, und die Sicherheit der Re¬ 
production hätte mit dem Grade der Aehnlichkeit nichts zu schaffen. 
Dagegen ist einzuwenden, dafs die Aehnlichkeit, bei der wir 
keine Verschiedenheit mehr1 bemerken, .also die Beckungsgleich- 
heit, wie sie beim Wiedererkennen vorliegt, denn doch eine ganz, 
andere reproductive Wirkung hervorruft als eine gröfsere, merk¬ 
liche Verschiedenheit Es kann also nicht so ohne Weiteres zu¬ 
gegeben werden, dafs der Grad der Aehnlichkeit für die Repro¬ 
duction belanglos sei. Aber auch die Fälle, in denen man 
Küub recht geben mufs, zeigen nicht, dafs sich die Wirkung 
der Aehnlichkeit nicht nach deren Grade bemifst. Wenn ein 
Gesetz der Aehnlichkeitsassociation besteht, so heilst das nicht, 
dafs dies Gesetz in jedem Falle rein zur Wirkung gelangt. Es 
könnte ja ein Gesetz oder es könnte Gesetze geben, die jenes 
Gesetz kreuzten. In der That giebt es ein solches Gesetz, näm¬ 
lich das Gesetz des Vorstellnngsabfiusses oder der psychischen 
Abilufstendenz, für dessen genauere Bestimmung ich auf Lirrs, 
„Grandthatsachen des Seelenlebens“ S. 330 ff. verweise. Mit 
einem .sachlich unzutreffenden, aber populären Ausdruck können 
wir es auch als Gesetz der psychischen Ermüdung bezeichnen. 
Wir ermüden für allzu gleichartige psychische Erlebnisse, so 
dafs sich die seelische Bewegung scheinbar leichter fremdartigen 
Erlebnissen zuwendet 
Im übrigen giebt es, wie schon gesagt, Ärmlichkeiten in ver¬ 
schiedenen Hinsichten. Zwei Vorstellungen können sich in einer 
Hinsicht einander sehr ähnlich,, in anderer dafür einander sehr 
fremdartig sein. Dann kann die Wirkung jener Aehnlichkeit 
durch diese Fremdartigkeit durchkreuzt werden; es kann das 
scheinbar Aehnlichere eine geringere Associationswirkung üben. 
Ich will hier gleich bemerken, dafs qualitative Nachbarschaft 
von Tönen •—- die Nachbarschaft der Tonhöhen — zu den psy¬ 
chisch relativ wirkungslosen Aehnlichkeiten gehört 
Külpb hätte bei der Auswahl seiner Beispiele nicht gerade 
solche wählen sollen, die für seinen Zweck günstig liegen, es 
giebt auch andere, die ihm weniger günstig sind. Was also den 
Nachweis der Möglichkeit einer Wirkung der Aehnlichkeitsasso- 
ciation betrifft, so kann man nicht sagen, dafs Külbb diesen
        

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