Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
R. Hilbert: Ein Fall von Geschmacksphotismen. Klin. Monatsblätter f. Augenheilk. Bd. 35, S. 271-273. 1897
Person:
Schaefer
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36149/2/
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Litera turberich t 
seltener als Sehallphotiamen und überhaupt die Boppelempfindungen nicht 
häufig. Man. vergleiche die früheren Publicationen des Verf. : Die sog, 
Doppelempfindungen, Räturw. Wochensehr. Bd. IX, Nr. 19; Zur Kenntnis 
der sog. Doppelempfindungen, Arch. f. Augenkeilkde. XXXI, 1, 8. 44; Die 
Pathologie des Farbensinnes, Halle 1897. Schaefer. 
Charles P*kab. Lt fill«, centrale it Pésthetlqne. Rev. phüos. Bd. 43, Nr. 5, 
S. 512-514. 1897. 
Du wir unsere Augen auf jede Fläche und jeden Körper so einstallen, 
dafs der Mittelpunkt des Objectes mit dem Retinalmittelpunkt zusammen- 
fällt, so mufs der bildende Künstler sein Werk central um einen festen 
Mittelpunkt construirez Diese physiologische Nothwendigkeit ist die sinn* 
liehe Grundlage der psychologischen Anordnung. Da wir sowohl Formen 
wie Farben im Netzhautmîttelpunkt deutlicher wahrnehmen, markirt der 
Maler im Centrum seine Linien schärfer und giebt den Farben mehr 
Valeurs. Es mufs ferner der Maler darauf sehen, nie eine intensive Farbe 
in eine Ecke zu setzen, da sie sonst die Augaxe vom Centrum auf sich 
lieht: es mufs dann in die entgegengesetzte Ecke eine ebenso intensive 
Farbe kommen, um die Fixationsstörung auszugleichen. Nach den Seiten 
hin ergiebt sich daher noth wendig ein allmähliches Verblassen der Farben 
und Verschwimmen der Formen. Kurz — Folgen des centralen Sehens 
sind, centripetale Deutlichkeit und centrifugales Verschwimmen von Formen 
und Farben. Es ist Verf. gelungen in Kürze ein interessantes Thema 
anzuschlagen, das weitere Nachforschung verdient. 
Erahn (Leipzig). 
V. Hammerschlag. Beitrag sv litwiekdiigMiichtiil, der fiohlrschiock«. 
Arch. f. Ohrenheilkunde Bel. 44, S. 101—106. 1898. 
Verf. gehört zu denjenigen Autoren, welche dafür eintreten, d&fe die 
Geräusche nicht mit Hülfe eines besonderen Organes, sondern ebenso wie 
die Töne von den Schnecken fasern percipirt werden. Er stützt sich dabei 
auf entwickelungsgeschichtliche Thatsachen, welche zeigen, dafs die 
Schnecke in den, älteren Stadien der phylogenetischen Entwickelung nur 
dazu gedient haben kann, Geräuschempfindungen zu vermitteln. Die Fähig¬ 
keit, Töne wahrzunehmen, hat sich erst später — und zwar von den hohem 
Tönen .zu den tiefen fortschreitend — allmählich ausgebildet. 
SCHAEFER. 
Victor Henri, Hoher die Raum Wahrnehmung ea des Tastsinnes. Ein Beitrag 
iir experimentellen Psychologie. Berlin, Reuther & Beîchard. 228 8. 
1898. 
Verf. hat in vorliegender Arbeit ein grofses Material mit Sorgfalt ge¬ 
sammelt und kritisch verwerthet, mannigfache Lücken in der Forschung 
auf gezeigt und eigene Versuche — namentlich über die Localisation, der 
lasteindrücke — angestellt. Von einer Monographie über die Raumwahr¬ 
nehmungen des Tastsinnes wird man jedoch auch eine genaue Darstellung 
der inneren Tastempfindungen (Gelenks-, Muskelempfindungen etc.) er¬ 
warten dürfen; diese sucht man aber vergebens in. vorliegender Arbeit.
        

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