Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Wiedergabe der Inductionsströme durch das Capillarelectrometer
Person:
Samojloff, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36148/6/
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UE BER DIE WIEDERBARE DER IXDUCTIOXSSTROME. 
des Scliliessungsschlages, dagegen ist die Zeit des ganzen Vorganges im ersten 
Falle kürzer und das Maximum wird schneller erreicht als im zweiten Falle. 
Die Zeit des Verlaufes der Inductionsströme ist zu gering im Vergleich zur 
Einstellungszeit des Capillarelectrometers, welches den raschen Aenderungen 
der Potentialdifferenz zu folgen nicht im Stande ist. Da aber der Schliessungs- 
inductionsstrom länger dauert als der Oeffnungsstrom, so wird für die Bewe¬ 
gung des Quecksilberfadens im ersten Falle nicht so viel verloren, wie im 
zweiten. Es ist sehr einleuchtend, dass z. B. in b der Fig. 5 der rasche 
Anstieg sich deshalb nicht weiter fortsetzt, weil das Maximum der Potential¬ 
differenz des Oeffnungsschlages schon zu einer Zeit vorbei ist, wo der Menis¬ 
cus noch nicht die diesem Maximum entsprechende Ausschlagsgrösse erreichen 
konnte. 
Es war interessant zu versuchen, wie sich die Verhältnisse gestalten, wenn 
man das Schliessen und Oeffnen des primären Kreises nach dem bekannten 
Verfahren von Helmholtz in einer Nebenschliessung vornimmt. In der Fig. 7 
Fig. 7. 
sieht man, dass unter diesen Bedingungen die früheren Unterschiede des 
Oeffnungs- und Schliessungsinductionsausschlages schwinden, die Ausschläge 
haben gleiche Höhe und gleichen Verlauf. 
Aus dem Mitgetheilten ist zu ersehen, dass das Capiilarelectrometer auch 
im Falle so rascher electrischer Vorgänge, wie die Inductionsströme sind, Cur 
ven liefert, die trotz ihres entstellten Aussehens Andeutungen der characteristi- 
schen Momente der betreffenden Vorgänge aufweisen. Die Ungenauigkeit der 
Wiedergabe der Inductionsströme hängt nicht von irgend einer specifischen 
Eigenschaft des Instrumentes, sondern einzig von dem Umstande ab, dass das 
Instrument eine bestimmte Zeit für seine Einstellung braucht und übeihaupt 
ür sehr rasche Vorgänge untreue Bilder liefert. Es ist eine Frage für sich, 
wie genau man vermittelst des von Burch und Einthoven angegebenen Cor- 
rectionsverfahrens die wahre Gestalt der Curven reconstiuiien kann. Das ist 
aber klar, dass wenn man von dem mühsamen Correctionsverfahren absieht 
und sich auf die Photogramme verlässt, man doch Gefahr läuft zu irrthüm- 
lichen Schlüssen zu gelangen. Der gedehnte Verlauf des absteigenden Theils
        

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