Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Schätzung leerer, von einfachen Schalleindrücken begrenzter Zeiten
Person:
Schumann, F.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36135/30/
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F, Sehummm, 
er aber die beiden Bogen, von denen der zweite kleiner war, 
und dadurch wurde er unwillkürlich veranlafst, das Uriheil 
„kürzer44 abzugeben. Solche begleitende Gesichtsvorstellungen 
können also auch noch beim Zustandekommen des Urtheiis eine 
gewisse Rolle spielen. 
2. Die Wirkung eines unerwartet starken Sig¬ 
nales auf die Schätzung. Wird in eine Reihe gleicher und 
in gleichen Intervallen auf einander folgender Signale ein stärkeres 
Signal eingeschaltet, ohne dafs die Versuchsperson es vorher 
weifs, so ist nach meiner Theorie zu erwarten, dafs das dem 
intensiveren Signal vorangehende Intervall im Allgemeinen für 
kürzer gehalten wird, da ja die plötzliche Verstärkung ©ine 
Ueberrascbung bewirkt Biese Vermuthung habe ich schon 
früher durch besondere Versuche geprüft und bestätigt gefunden. 
Ebenso hat man natürlich auch zu erwarten, dafs bei Versuchen 
mit .zwei unmittelbar auf einander folgenden Intervallen eine 
Verstärkung des dritten Signales im Sinne einer Unterschätzung 
des zweiten Intervalles wirkt. ■ Doch braucht dies nur der I "aE 
zu sein, wenn das zweite Intervall dem ersten objectiv gleich 
oder nur ganz wenig gröfser ist, da ja sonst die Erwartungs- 
Spannung vor dein dritten Signal eintritt und den Eindruck der 
längeren Zwischenzeit bedingt. Nun hatte ich früher indessen 
die Wirkung einer objectiven Verstärkung des dritten Signales 
nicht durch besondere Versuche geprüft. Ich konnte mich zur1 
Begründung nur auf die Aussagen meiner Versuchspersonen be¬ 
rufen, welche angegeben hatten, sie wüfsten häufig nicht, ob das 
dritte Signal früher als gewöhnlich eingetreten oder ob es stärker 
als gewöhnlich gewesen wäre. Biese Verstärkung war aber nur 
subjectiv gewesen, objectiv waren die Signale bei den betreffen¬ 
den Versuchen immer gleich gewesen. Die A ichtigkeit dieser 
Aussage für meine Theorie kam mir indessen ' erst lange nach 
Beendigung der betreffenden Versuche bei der Ausarbeitung der 
Abhandlung zum Bewufstsein und ich kam dadurch erst auf 
den Gedanken, dafs die unerwartete Verstärkung eines Signales 
die Unterschätzung des vorangehenden Intervalles bewirken 
müfste. Da mir nun zu dieser Zeit keine geübte Versuchsperson 
mehr zur Verfügung stand, so prüfte ich die Vermuthung nur 
mit einer längeren Reihe in gleichen Intervallen auf einander 
folgender Signale, weil sich bei einer solchen Reihe die Ein-
        

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