Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundfragen der Anatomie und Physiologie des Nervus vagus
Person:
Nedzwiedzki, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36115/8/
GRUNDFRAGEN DER ANATOMIE UND PHYSIOLOGIE OES NERVUS VAGUS. 
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unmittelbar wahrgenommen werden; doch genügen nicht bloss Beobachtun¬ 
gen zur Entscheidung der Frage über die vasomotorischen Eigenschaften des 
Vagus, es wird vielmehr die Messung des Druckes in der Pfortader, die das Blut 
der Darmarterien auftiimmt, notwendig. Um grösstmöglichste Objectivität und 
Genauigkeit zu erzielen, ist es geraten die Veränderung des Druckes in der 
Pfortader zuerst unter dem Einfluss eines unzweifelhaften, typischen Vasomo- 
tors, am besten des N. splanclmicus major, zu messen. Meine Untersuchungen ') 
haben ergeben, dass das Resultat der Reizung des N. splanclmicus major in 
Abhängigkeit von dem Zustande der Milz ein verschiedenes sein kann. Befindet 
sich die Milz im Normalzustände, so steigt bei Faradisation des genannten Ner¬ 
ven der Druck in der Pfortader und verbleibt die ganze Zeit der Erregung 
über der Normalhöhe. Ist dagegen die Milz entfernt oder durch Unterbindung der 
Gelasse von der Pfortader isolirt worden, so ist die anfängliche Druckerhöhung in 
der Pfortader eine geringe und wird bald durch eine Verminderung des Druckes un¬ 
ter die Normalhöhe ersetzt. Das ist der reine, typische Effect der Reizung eines 
Vasoconstrictors. Die im ersteren Falle erhaltene Druckerhöhung hing fast aus¬ 
schliesslich von der Milz ab, die sich durch Reizung des N. splanclmicus zusani- 
v.p. 
a.f 
Abbild. 9; Einfluss der Faradisation der peripher. Endes der 
Milzkernen auf Pfortaderdruck (v. p.). 
menzieht und dabei eine bedeutende Menge Blut in das Pfortadersystem auspresst. 
Weitere Versuche haben gezeigt, dass bei der Reizung der Vagi an der Speise¬ 
röhre der Druck in der Pfortader steigt und während der ganzen Zeit der Faradi¬ 
sation über der normalen Höhe bleibt, folglich ein dem früheren ganz entgegen¬ 
gesetztes Resultat. Dieses letztere kann nicht durch die Mitwirkung einer Con¬ 
traction der Milz erklärt werden, da diese, wie bekannt, sich nach Reizung 
des Vagus nicht zusammenzieht und da ein gleiches Resultat auch nach ihrer 
Entfernung erzielt wird. Dies alles beweist, dass der Vagus keine Vasocon- 
*) Meine Dissertation 1, c. Seite 50 u w.
        

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