Bauhaus-Universität Weimar

Zur Frage der Eichung von Farbensystemen 
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dafs nennenswerte Sättigungsdifferenzen bei Mischung mit einem 
gelbgrünen Licht nicht zu entstehen brauchen. Die Mittelstrecke, 
bei der man zur Eichung nicht mit zwei Lichtern auskommt, sondern 
deren drei bedarf, von denen das dritte Licht dem homogenen 
zur Entsättigung zugemischt werden mufs, beruht darauf, dafs 
hier eben die Werte für das HERiNGsche Rot, Gelb und Grün 
sehr grofs sind, so dafs die Summe der Ordinaten der benutzten 
Komponenten nicht die Gesamthöhe der Ordinaten des homogenen 
Lichtes erreichen, und dieses notwendigerweise gesättigter er¬ 
scheinen mufs. 
Auch hier ist die eben gegebene Erklärung noch nicht voll 
befriedigend. Abgesehen davon, dafs die Frage noch genauer 
U60 WO WO 
5U0 520 500 V80 
580 560 
660 6W 620 
Abbildung 7 
Durch Addition der Valenzkurven in Abb. 2 gewonnene Kurve als Ausdruck 
der farbigen Gesamtvalenz der spektralen Lichter. (Näheres siehe im Text.) 
an der Hand besser aufgenommener Valenzkurven für die Heking- 
schen Farben studiert werden müfste, ist zu berücksichtigen, dafs 
sich ja die noch nicht bekannte Weifskurve einmischt. Wenn 
auch auf Grund der Peripheriewerte die Helligkeitsverteilung 
im Spektrum und damit wahrscheinlich der wesentlichste Anteil 
der Weifskurve sich hat feststellen lassen, so ist der Nachweis 
für den Verlauf der Weifskurve im Zentrum der Netzhaut noch 
nicht erbracht. Natürlich mufs aber die Höhe der Ordinaten 
der Weifswerte in den Mischlichtern und in dem homogenen 
Licht für die Sättigungsdifferenzen sehr wesentlich sein.1 
Man konnte noch den jeweiligen farbigen Reizwert, gleich¬ 
gültig um welche Qualitäten es sich handelte, für die einzelnen 
Spektrallichter in der Weise ermitteln, dafs man bei jeder Wellen- 
1 leb verweise hier auf die m. E. experimentell noch nicht genügend 
begründeten Berechnungen von Schrödinger und Hiecke über die Weifs¬ 
kurve (s. o.).
        

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