Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über den Wirkungsbezirk von Temperaturreizen
Person:
Hahn, Helmut Werner Lueg
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36103/5/
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Helmut Hahn und Werner Lueg 
einer durch den Taster verursachten kontrastie¬ 
renden oder sonstigen Temperaturempfindung fest¬ 
stellen können. 
Wir haben dieses für unser Urteil über das Vorhandensein 
eines thermischen Simultankontrastes entscheidende Ergebnis in 
vielen Modifikationen der Versuchsanordnung sichergestellt. Ver¬ 
schiedene Versuchspersonen wurden von uns unwissentlich hin¬ 
sichtlich des Versuchszweckes und der verwandten Reiztempera¬ 
turen geprüft. Wir haben noch zahlreiche andere Temperaturen 
der kontrasterzeugenden Reizhülse angewandt, insbesondere auch 
mit Temperaturen unterhalb 100 bzw. oberhalb 400 schmerzende 
und brennende Sensationen mit in den Kauf genommen. Wir 
haben den Taster auch zugleich mit der Hülse auf die Haut 
aufgesetzt, ferner 5, 10, 15, 20 Sekunden später. In einem Teil 
der Versuche hielt die Versuchsperson selber die Hülse, in einem 
anderen Teil den Taster auf dem Versuchsgebiet, wobei die 
haltende Hand vor Temperaturempfindungen durch einen Woll- 
handschuh geschützt wurde. Es wurde die Hülse auch, indifferent 
temperiert, mittels eines Stativs auf dem Versuchsgebiet befestigt 
und ihr die kontrasterzeugende Temperatur durch Abkühlung 
der Temperatur des durchströmenden Wassers mittels eines Drei¬ 
wegehahns mitgeteilt und dann der indifferente Taster aufgesetzt. 
Wir haben auch die Aufmerksamkeit auf irgendwelche Tem¬ 
peraturempfindungen an der der Hülse benachbarten Haut ohne 
Anwendung des Tasters gerichtet. Als Versuchsgebiet wurden 
aufser der Hand viele Stellen am Unterarm verwandt. Alle Aus¬ 
sagen wurden mit grofser Sicherheit abgegeben: in keinem 
einzigen Fall haben wir irgendwelche aufserhalb der von der 
Reizhülse unmittelbar bedeckten Haut lokalisierte Temperatur¬ 
empfindungen zur Darstellung bringen können! 
Nachdem wir uns so mit aller Sicherheit von dem Nicht¬ 
vorhandensein des behaupteten Simultankontrastes im Gebiete 
des Temperatursinnes überzeugen mufsten, haben wir uns um 
die Ursache der Abweichung unserer Befunde von den Angaben 
v. Tschekmaks bemüht. Wir glauben sie in den folgenden seiner 
Sätze (1. c. S. 111) gefunden zu haben: „In den Intervallen 40—35° 
und 25—10° (seil. Temperaturen der Hülse) sind .... die Kon¬ 
trasteindrücke sehr reinlich und deutlich, obwohl die von 
der Ringhülse eingeschlossene, über der zu prüfen¬ 
den Hautstelle stehende Luftsäule gewifs durch
        

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