Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Neue Einzelheiten vom galvanischen Hautreflex
Person:
Hahn, Helmut Werner Lueg
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36102/4/
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Helmut Hahn und Werner Lueg 
Die im übrigen auffallende Regelmäfsigkeit unserer Versuchsergeb¬ 
nisse erweckte in uns flüchtig den Argwohn, einem physikalischen Ver¬ 
suchsfehler zum Opfer gefallen zu sein. Wir fürchteten, möglicherweise 
durch die Temperaturveränderung in unseren Metalltemperatoren thermo¬ 
elektrische Ströme erzeugt und diese mit der sehr empfindlichen Apparatur 
als Galvanometerausschläge registriert zu haben. Zur Vorsicht haben wir 
daher in einem Teil der Versuche statt des Metalltemperators eine ein¬ 
fache Glasröhre von 1 cm lichter Weite, 0,6 mm Wanddicke benutzt. Die 
Röhre war zu einem spitzen Winkel abgebogen, mit dessen Scheitelpunkt 
sie die (auch gegen jeden sonstigen Kontakt mit Glas isolierte) Froschhaut 
berührte. Die Ergebnisse mit dieser Versuchsanordnung, die das Auf¬ 
treten thermoelektrischer Ströme ausschliefst, waren indessen vollkommen 
einwandfrei die gleichen. 
Auch ohne letztere Sicherstellung lassen die folgenden Ver¬ 
suchsergebnisse keinen Zweifel über die tatsächlich nervös ver¬ 
mittelte Umformung der Temperaturreize in eine Veränderung 
der Hautpolarisation zum sog. psychogalvanischen Reflexphä¬ 
nomen zu. 
d) Versuchsergehnisse 
1. Allgemeine Beobachtungen 
Wir berichten zunächst über unsere Frosch versuche, die wir 
an 32 curarisierten, aber gut reagierenden männlichen und weib¬ 
lichen Temporarien im Januar, Februar und März 1927 mit 
positivem Erfolg erhoben haben. 
Um unter stets gleichen Versuchsbedingungen zu arbeiten, 
haben wir als Reiztemperatur durchweg 37° C gewählt. Nach 
Hahn und I. Goldscheider (1. c.) ist es dabei belanglos, welche 
Temperatur der Temperator vor Einschalten der Reiztemperatur 
hat, da für die Wirksamkeit des Temperaturreizes nach dem 
Gesetz der konstanten S u m m e1 auch bei den Kaltblütern 
lediglich die Reiztemperatur selber mafsgebend, die Gröfse der 
relativen Temperaturveränderung belanglos ist. In Bestätigung 
der diesbezüglichen Angaben fanden wir Ausschläge zu annähernd 
demselben Zeitpunkt und in derselben Ausgiebigkeit, wenn wir 
zur Temperaturreizung an demselben Frosch einmal den Tempe¬ 
rator von 15 auf 37°, das zweite Mal nur von 36 auf 37° er¬ 
wärmten. Der Einheitlichkeit halber haben wir immerhin doch 
als Adaptationstemperaturen 15—20° in den Temperatoren vor 
1 Über dieses siehe auch K. Strauss und H. v. Versen, S. 166 dieses 
Heftes.
        

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