Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Unterschiedsempfindlichkeit für Farbentöne bei anomalen Trichromaten
Person:
Rosencrantz, Carl
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36089/4/
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Carl Rosencrantz 
typischen Dichromaten je eine fortlaufende Reihe von Übergangs- 
formen führt. Nach der anderen Auffassung sondern sich die 
di- und trichromatischen Farbensysteme in scharf getrennte 
Typen ohne Zwischenformen. Seebeck1, Holmgren 2 3 und 
• • 
Magnus8 kamen zu der Annahme stetiger Ubergangsreihen 
hauptsächlich auf Grund der mehr oder weniger grofsen Sicher¬ 
heit, mit der die damaligen Farbensinnproben von ihren Versuchs¬ 
personen bestanden wurden ; Donders 4 zog denselben Schluf& 
besonders aus Massenuntersuchungen über die zur Farbenerkennung 
notwendigen Minimal-Gesichtswinkel. 
Bei König und Dieterici 5 7 (1886) nahm dann die Hypothese¬ 
bestimmtere Formen an; ihre Untersuchungen über den Verlauf 
der Grundempfindungskurven im Spektrum (Eichkurven, Valenz¬ 
kurven) führten sie dazu, die damals allein genauer bekannte 
• • 
Gruppe der Deuteranomalen als Ubergangsglied zwischen den 
normalen Trichromaten und den Deuteranopen aufzufassen. Sie 
fanden, dafs die Grünkurve der Deuteranomalen nach Gestalt und 
spektraler Lage zwischen der normalen Grün* und Rotkurve stand, 
und haben daraufhin eine zuerst von Helmholtz 6 skizzierte, dann 
von Fick 7 weiter ausgeführte Hypothese über die Veränderlichkeit 
der Grundempfindungskurven in folgender etwas modifizierter 
Form zur Erklärung herangezogen : bleibt die Qualität der Grund¬ 
empfindung Grün erhalten, wird die Gestalt und Lage ihrer Kurve 
über dem Spektrum aber der von Rot immer ähnlicher, dann 
entsteht das System der Grünanomalen ; ist die Grünkurve 
schliefslich so weit verändert, dafs sie ganz auf die Rotkurve 
fällt, so resultiert das dichromatische System der Deuteranopen. 
Die analoge Deutung mit Verschiebung der Rotkurve diskutieren 
1 A. Seebeck, Poggend. Annal, d. Phys. u. Chem. 42, 177. 1837. 
2 Fr. Holmgren, Die Farbenblindheit in ihren Beziehungen zu der 
Eisenbahn und Marine. Leipzig, Vogels Verlag. 1878. 
3 H. Magnus, Die Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre Bedeutung^ 
Breslau, I. U. Kern. 1878. 
4 F. C. Donders, Graefes Arch. f. Ophthalm. 23, 282. 1877; 27, 64. 1881; 
30, 77. 
6 A. König und C. Dieterici, A. Königs „Gesammelte Abhandlungen 
zur physiologischen Optik“. Leipzig, J. A. Barth. 1903. S. 84, 85; 102, 
103, 105; 295, 318, 319. 
6 A. v. Helmholtz, Handbuch der Physiologischen Optik. 1. Aufl. 
Nachträge S. 848. 1866. 
7 A. Fick, Verhandl. d. Phys.-med. Ges. z. Würzburg, N. F. 5, 158. 1873; 
ferner Pflügers Arch. 47, 247. 1890; 64, 313. 1896, l:
        

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