Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Beziehung des Zwischenmediums zu den Transformations- und Kontrasterscheinungen
Person:
Cramer, Thea
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36080/18/
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Thea Cramer. 
vor. Bei dieser Konstellation (also im Falle des Schlitzes) ist der 
Raumcharakter der Farbe stark abgeschwächt, ohne ganz zu 
verschwinden. Der Oberflächencharakter ist verstärkt, so dafs 
hier ein Übergangsfall zwischen Oberflächenfarbe und Beleuchtungs¬ 
farbe gegeben ist, mit starkem Vorwalten der ersteren. 
Je mehr es durch Konzentration gelingt, den Schlitz und den 
farbigen Teil des Gesichtsfeldes gleichzeitig mit der Aufmerksam¬ 
keit zu umspannen, um so mehr überwiegt der Oberflächencharakter 
und damit auch die Farbigkeit, besonders dann, wenn die 
Trennungslinie fixiert wird und weifser und farbiger Teil im in¬ 
direkten Sehen gegeben sind. 
Von der Oberflächenfarbe im strengen Sinne unterscheidet 
sich das gesehene Blau auch dadurch, dafs es, soweit es als Ober¬ 
flächenfarbe erscheint, nicht ganz streng in dieselbe Ebene lokali¬ 
siert wird, wie der durch den leeren Schlitz hindurch und weifs 
gesehene Schirmteil. Wie es aber genau lokalisiert wird, ist schwer zu 
sagen. Deutlich hat man den Eindruck, dafs es hinter der 
Glasscheibe erscheint. Vor der Scheibe ist sicher keine blaue 
Beleuchtung. (Dieser Unterschied zwischen der Färbung eines 
vor oder hinter der Glasscheibe gesehenen Raumteiles fällt auch 
weg in Konstellation I, d. i. bei der Beobachtung ohne Schlitz.) 
Je mehr man die Aufmerksamkeit auf den durch die Glas¬ 
scheibe betrachteten Teil des Schirmes konzentriert, um so mehr 
drängt sich der Eindruck auf, dafs der blaue Teil näher liege 
als der weifse. Bei simultaner Beobachtung beider Gesichtsfeld¬ 
hälften überwiegt der Eindruck der Unsicherheit hinsichtlich der 
Entfernung.“ 
Auch die anderen Vpn. sagen aus, dafs sie hinter der Glas¬ 
scheibe einen wie mit blauem Licht erfüllten Raum sehen. 
Frl. Kleimenhagen bemerkt, dafs die weifse Papierscheibe gräu¬ 
licher blau ist als der mit ihr gleiche Grund, während Herr 
Broer keinen Unterschied zwischen beiden bemerkte. Wie bei 
den Versuchen des ersten Kapitels nahm die Deutlichkeit des 
Zwischenmediums ab, wenn der Hintergrund durch Anbringung 
der Scheiben inhomogen gemacht wurde, wenn auch die Ab¬ 
nahme nicht so stark war wie bei jenen Versuchen. 
Sobald aber der Schlitz vorhanden war (Konstellation II), 
wurde das blaue Zwischenmedium noch mehr zurückgedrängt, 
ohne dafs eine eigentliche Oberflächenfarbe sichtbar wurde. Alle 
Vpn. sagen aus, dafs in Konstellation II das Blau viel
        

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