Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Beziehung des Zwischenmediums zu den Transformations- und Kontrasterscheinungen
Person:
Cramer, Thea
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36080/16/
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Thea Cramer. 
grand markante Gegenstände befanden. Es genügten ganz 
wenige, oder auch nur einer. So befand sich z. B. auf einem Bilde, 
das ungefähr in der Mitte eine Brücke zeigte, ganz vorn die 
Spitze einer Tanne, die den Eindruck des gefärbten Zwischen¬ 
mediums aufserordentlieh begünstigte. 
Auch Betrachtungen durch rot und grün gefärbtes Glas 
brachten keine wesentliche Unterschiede gegenüber den früher 
geschilderten Beobachtungen. Nur war hier, offenbar wegen 
der geringeren Natürlichkeit der Färbung, der Eindruck des ge¬ 
färbten Zwisc^ienmediums nicht ganz so gut wie bei dem blauen 
Glas, und es fiel etwas leichter, die Farbe in die Bildfläche 
hineinzuverlegen. 
Von den mannigfachen Variationen ist vielleicht noch eine 
bemerkenswert, bei der auf die farbige Glasplatte Reispuder aus¬ 
gestreut wurde. Hierbei sagten die Versuchspersonen, dafs die 
Farbe sich wieder mehr auf die Fläche legte. Bei scharfer Auf¬ 
merksamkeitseinstellung auf den Bildraum konnte aber die Trübung 
als Nebel aufgefafst werden, und zwar bei Bildern von Land¬ 
schaften weit leichter als bei Innenräumen. 
Bei herabgesetzter Beleuchtung gelang es durchweg 
besser, die Farbe auf der Bildfläche zu sehen. Die Tiefenein¬ 
drücke werden hier infolge der Herabsetzung der Beleuchtung 
undeutlicher; das ganze Bild wird dem Falle der homogenen 
Schneefläche (I) angenähert und darum auch ähnlich wie dort 
gesehen. 
Der folgende Versuch variiert die eben beschriebenen Beob¬ 
achtungen. Auch bei ihm dominiert im Bewufstsein der Ver¬ 
suchspersonen das eine Mal der normal beleuchtete „wirkliche** 
Raum, das andere Mal ein gleichzeitig gegebener farbig beleuch¬ 
teter. Als Versuchspersonen dienten die Damen Hammerschlag, 
Holstein, Kleimenhagen, Zbylitzki, die Herren Broer, Prof. 
Jaensch, Wiepgen. Die Versuchsanordnung war folgende: 
G 
Es wurde ein weifser Schirm (Sch), 
auf den eine ganz gleiche weifse 
Scheibe gehängt werden konnte, 
dargeboten ; daneben befand sich 
Abb. 3. 
Vp. 
Ka 
in gröfserem Seitenabstand ein 
Farbkreisei (K). Die Versuchs¬ 
person safs in etwa D/2 m Ent¬ 
fernung vor dem Schirm und
        

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