Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Theorie des Stäbchenapparates und der Zapfenblindheit [Erster und zweiter Teil]
Person:
Müller, G. E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36072/22/
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G. E. Muller. 
dem zweiten hier erwähnten ÜHTHOFFschen Falle ergab sich bei 
der ophthalmoskopischen Untersuchung in der Gegend der Fovea 
ein „zweifellos pathologischer“ Befund. Berücksichtigt man die 
Ungenauigkeit, die bei bestehendem Nystagmus derartigen Be¬ 
stimmungen anhaftet, so läfst sich sagen, dafs die übrigen hier 
mitgeteilten Gröfsenangaben hinlänglich zu der Annahme stimmen, 
dals es sich um eine Unempfindlichkeit oder Minderempfindlich¬ 
keit eines zentralen Netzhautbezirkes handele, in dem bei normalen 
Verhältnissen die Stäbchen ganz fehlen oder nur sehr spärlich 
vertreten sind. 
Was nun die Fälle anbelangt, in denen ein Skotom nicht 
konstatiert werden konnte, so liegen betreffs des Verhaltens des 
Netzhautzentrums in denselben folgende Versuchstatsachen vor. 
1. Die zentrale Sehschärfe war in den verschiedenen, hierher¬ 
gehörigen Fällen eine recht verschiedene. Sie schwankte zwischen 
V12 und 1/4. 
2. Für eine Anzahl von Fällen (4 Fälle von Hess, 1 Fall 
von Pflüger, der Fall von Best) wurde festgestellt, dafs bei 
dunkeladaptiertem Auge ein kleines Objekt von geeigneter Hellig¬ 
keit im Falle direkter Betrachtung minder hell erschien als bei 
indirekter Betrachtung, während bei Helladaptation ein solcher 
Unterschied zwischen dem Netzhautzentrum und seiner Umgebung 
sich nicht zeigte. Dem von Best untersuchten Totalfarbenblinden 
erschien bei Hell adaptation ein Objekt sogar „bei zentraler Fixa¬ 
tion heller als perizentral“. Der Einwand, dafs es sich bei der 
für das dunkeladaptierte Auge bestehenden zentralen Minder¬ 
empfindlichkeit nur um eine Wirkung der Lichtabsorption durch 
das Makulapigment handele, liefs sich durch Benutzung eines 
roten Glases ausschliefsen. Gertz fand, dafs diese zentrale 
Minderempfindlichkeit auch noch ein wenig in das Gebiet der 
Helligkeiten des Tagessehens eingriff. 
3. Die Lichtabsorption durch das Makulapigment liefs sich 
auch für das totalfarbenblinde Netzhautzentrum nach weisen. 
Hess und Hering (S. 119 ff.) konstatierten nicht blofs, dafs die 
Makula der von ihnen näher untersuchten Farbenblinden entop- 
tisch sichtbar werden konnte,1 sondern sie zeigten auch, dafs 
die Gleichung zwischen zwei aneinander angrenzenden, mit ver- 
1 Auch der von Pflüger untersuchten Totalfarbenblinden liefe sich 
die Makula unschwer entoptisch sichtbar machen.
        

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